In der „Regimentstochter“ sang der tenorale Superstar aus Peru 18 hohe Cs.
Nach der Uraufführung von Elisabeth Naskes bezaubernder Kinderoper Das Städtchen Drumherum am Samstagvormittag spielten sich am Abend tumultartige Szenen in der Staatsoper ab, als Juan Diego Flórez, der schwarz gelockte Adonis aus Peru, in Donizettis federleichter Buffa La Fille du régiment den Tiroler Edelweißpflücker Tonio sang. Bei der anmutigen Cabaletta Ah! Mes Amis mit den gefürchteten neun hohen Cs schnellten seine „acuti“ hoch, als würden sie von einem Katapult abgefeuert, worauf das entfesselte Auditorium durch nicht enden wollenden Applaus und Bravo-Geschrei eine Wiederholung der Arie erzwang. Der hinreißende Latin Lover mit der stratosphärischen Stimme sang ohne die geringste Anstrengung das Tenorglanzstück noch einmal, und das Opernhaus drohte, unter den orkanartigen Beifallsstürmen einzustürzen.
Besetzung
In der charmanten Inszenierung von Laurent Pelly war Íride Martínez eine lustige, ein wenig zu reife Marie, der spanische Starbariton Carlos Álvarez als Fettwanst mit glänzender Glatze ein liebenswerter Sergeant Sulpice.
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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