Klassik-Hit im Happel
Bocelli stellte in Wien Madonna in den Schatten
1996 gab es die 3 Tenöre - also die Legenden José Carreras, Plácido Domingo und Luciano Pavarotti. Jetzt, nach 30 Jahren Pause, schallten wieder Opernarien durch das Ernst Happel Stadion. Startenor Andrea Bocelli zündete am Samstag seine opulente „Romanza 30th Anniversary“-Show. 30.000 Fans waren dabei. Also mehr als bei Madonna (2012), Paul McCartney (2013) oder Justin Timberlake (2025). Ein Megacoup von Veranstaltungs-Zampano Klaus Leutgeb, der im Dezember ja noch Helene Fischer für ein Doppelpack nach Schladming holt.
Vom Opener mit der eindringlichen Tenor-Arie „Di quella pira“ aus der Verdi-Oper „Il Trovatore“ bis zum Finale rund um die 1999er-Single „Canto della terra“ begeisterte Bocelli Wien mit einem einzigartigen Feuerwerk aus Oper, Ballett, Musical und Spaghetti-Western.
Schließlich setzte er, begleitet vom Slovak Symphonic Orchestra unter der Leitung von Carlo Bernini, dem Bachchor Stuttgart und opulenter Video-Show, neben den Klassikern von Giacomo Puccini („Bevo al tuo fresco sorriso“), Giuseppe Verdi („La donna è mobile“) oder Carl Orff („Carmina Burana“) auch die Highlights der „West Side Story“ und die legendären Kinohits von Ennio Morricone auf die Setlist. Auch das von einer Ballett-Einlage begleitete „America“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“.
Dazu gab’s im gänzlich bestuhlten Happel im zweiten, moderneren Teil den Oscar-Hit „Stand Up“ und die Essenz der Referenz-CD „Romanza“. Also Crossover-Hits wie „Caruso“, die Zucchero-Komposition „Il mare calmo della sera“, die ergreifende Piano-Ballade „Romanza“ oder „Vivero per lei“, das er im Duett mit der grandiosen dänischen Mezzosopranistin Andrea Lykke anstimmte.
Lieferte Gastsängerin Cristina Pasaroiu als spezielle Wien-Verbeugung für ein bunt gemischtes Publikum - von Badeshort bis Abendrobe - auch den Operetten-Klassiker „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ von Franz Lehar, so stimmte der Maestro als Zugabe dann natürlich noch den von tausenden Handys mitgefilmten Überhit „Con Te Partiro (Time To Say Goodbye)“, bei dem Lykke den Sarah-Brightman-Part übernahm, das Überraschungs-Duett „Fall on Me“ mit seinem Sohn Matteo und die wohl berühmteste aller Arien an: „Nessun Dorma“. Ein perfektes Finale, denn der Puccini-Klassiker wurde ja auch schon 1996 von den 3 Tenören im Happel Stadion angestimmt.
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