Im Rahmen der Klimakonferenz

Schwarzenegger in Wien: Arnie besucht Kurz

 Arnold Schwarzenegger ist zurück Wien – um dieses Jahr wieder selbst bei seiner Klimakonferenz, dem Austrian World Summit, dabei zu sein. Dabei besucht er auch Bundeskanzler Kurz. 

Schwarzenegger ist zurück Wien – um dieses Jahr wieder selbst bei seiner Klimakonferenz dabei zu sein. In seiner Eröffnungsrede hatte er einen dringlichen Apell für die rund 350 Gäste in der Spanische Hofreitschule und die unzähligen Zuseher/innen, die via Livestream und Liveübertragung die Klimakonferenz verfolgten.

Schwarzenegger: positive Stimmung wichtig

 „Überall auf der Welt arbeiten Umweltschützer bis zum Umfallen, weil sie Dinge verbessern wollen. Oft riskieren sie sogar ihr Leben“, so Schwarzenegger. Schlussendlich aber kommen die Botschaften kaum an. Die breite Bevölkerung wird förmlich überflutet mit negativen Schlagzeilen über schmelzende Eisberge, überflutete Städte, ausgetrocknete Landstriche und worauf sie in Zukunft verzichten muss. „Ist es ein Wunder, dass die Leute verwirrt oder abgestumpft sind?“, fragt der ehemalige Gouverneur. Schwarzenegger zieht einen anschaulichen Vergleich mit dem Filmgeschäft: „Niemand würde groß in einen Film investieren, der Hoffnungslosigkeit verbreitet.“ Er plädiert daher dringend, die Botschaften im Kampf gegen den Klimawandel einfach zu halten und vor allem auch über Erfolge in diesem Bereich zu berichten. Denn: „Menschen brauchen Ermutigung, nicht nur Bedrohungen und Verzweiflung.“ Er ist überzeugt: „Wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir die Umweltverschmutzung beenden. Wir können es schaffen. Wir alle sind unseres eigenen Schicksals Schmied.“

Video zum Thema: Arnold Schwarzenegger am Klimagipfel in Wien

Van der Bellen: Politik ist gefordert

   Aufhorchen ließ Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der zur Überraschung aller im Saal zu Beginn seiner Rede konstatierte, zunächst nicht über das Klima sprechen zu wollen. „Ich will über uns Menschen sprechen“, so Van der Bellen. „Healthy Planet – Healthy People. Dieser Satz bringt es auf den Punkt: Alles, was wir Menschen machen, wirkt sich auf unseren Planeten aus – und die Gesundheit unseres Planeten wirkt sich wiederum auf uns aus.“ Seine große Hoffnung für eine positive Entwicklung in der Klimakrise bestehe darin, dass „wir Menschen aus Fehlern lernen können“. Mit dem Klimaabkommen von Paris und dem European-Green Deal seien ja die ersten Schritte bereits getan, gibt sich der Bundespräsident zuversichtlich. „Wir müssen weiter fest an einem Strang ziehen. Viele Unternehmen haben schon die Zeichen der Zeit erkannt, besonders gefordert ist jetzt die Politik. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Klimakrise meistern werden“, betonte Van der Bellen.

Video zum Thema: Alexander Van der Bellen am Klimagipfel in Wien

Kurz: Wiederaufbau mit Fokus Klimaschutz

Hier hakte auch Bundeskanzler Sebastian Kurz ein: „Wir haben uns in Österreich sehr ambitionierte Klimaziele gesetzt, unter anderem bis 2040 klimaneutral zu werden. Wir unterstützen auch die ambitionierten Klimaziele der Europäischen Union.“ Kurz verwies auch darauf, dass der Klimaschutz ins Zentrum der Corona-Hilfe gestellt wurde – ähnlich wie bereits beim EU-Wiederaufbaufonds „Next Generation EU“. Kurz ist sich sicher: „Europäische Unternehmen können eine wichtige Vorreiterrolle bei der grünen und nachhaltigen Transformation der Weltwirtschaft spielen. Ich bin überzeugt davon, dass so wie der Kampf gegen die Corona-Pandemie, so auch der Kampf gegen den Klimawandel gewonnen werden kann durch das Zusammenspiel von Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik.“

© HERBERT NEUBAUER
Arnold Schwarzenegger
× Arnold Schwarzenegger

Video zum Thema: Sebastian Kurz am Klimagipfel in Wien

USA zurück auf der internationalen Bühne

 Nicht nur die EU und ihre Klimapolitik stand im Fokus des fünften AUSTRIAN WORLD SUMMIT. Vertreter/innen der USA berichteten über die ambitionierten Klimaschutz-Pläne, die sich Präsident Joe Biden vorgenommen hat – allen voran der Leiter der Umweltschutzbehörde der USA (Environmental Protection Agency), Michael S. Regan: „Der Präsident hat ein sehr ehrgeiziges, aber dringend benötigtes Ziel gesetzt.“ Dahinter, so erklärte er, stünde eine regierungsweite Strategie. „Wir sind alle daran beteiligt und wir sind bereit, gemeinsam in die gleiche Richtung zu arbeiten, um die Mission des Präsidenten zu erreichen. Und übrigens: Es ist machbar und wir werden es schaffen.“

High Level Panel: letzte Chance

In einem prominent besetzten High Level Panel wurde vor allem über Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten diskutiert, um der Klimakrise entgegenzuwirken. Alok Sharma, Präsident der COP26 in Glasgow, brachte die Dringlichkeit auf den Punkt: „In Paris haben wir gesagt, dass wir alles tun werden, um den Wert unter 1,5° zu halten, und ich glaube, dass Glasgow unsere letzte Chance ist, dieses Ziel zu erreichen."

Klimagerechtigkeit 

Ein essentieller Punkt ist auch die Klimagerechtigkeit und die Tatsache, dass insbesondere ärmere Länder unter den Auswirkungen des Klimawandels – vornehmlich verursacht von reichen Industriestaaten – zu leiden haben. Wavel Ramkalawan, Präsident der Seychellen, die als kleiner Inselstaat existentiell vom Klimawandel bedroht sind, hatte dazu eine klare Botschaft: „Bitte bewirken Sie den Wandel! Wir sind es leid, schöne Zahlen auf dem Papier, in Statements zu sehen, wir brauchen Taten.“ Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg kritisierte vehement das Nichthandeln der Entscheidungsträger währenddessen „die Kluft zwischen Ihrer Rhetorik und der Realität immer größer und größer wird“.

Wirtschaft mit ambitionierten Zielen

 Arnold Schwarzenegger sprach auch mit Größen der Wirtschaftswelt über die Rolle von Unternehmen und deren Ziele. Lisa P. Jackson, Vice President of Environment, Policy and Social Initiatives bei Apple, die extra nach Wien gekommen ist, erzählt: „Apple ist bereits heute klimaneutral und wir haben uns verpflichtet, unsere gesamte Lieferkette und die Produktnutzung bis 2030 klimaneutral zu gestalten. Um das globale Problem des Klimawandels anzugehen, müssen Unternehmen zeigen, dass Klimaneutralität möglich ist und mit Regierungen zusammenarbeiten, um einen systemischen Wandel zu erreichen.“ Sie hat außerdem bekannt gegeben, dass die Infineon Technologies AG, dem Apple Supplier Clean Energy Programm beigetreten ist. Lisa Jackson sagte: „Ich freue mich, dass sich Infineon unserem Programm anschließt und seine Arbeit für Apple auf 100 Prozent erneuerbaren Energie umstellen wird.“