Goldprofi berichtet oe24, dass das Interesse der Menschen am Gold auf einem Höchststand ist. Es gibt viele Verkäufer, aber auch viele Käufer. Es ist jedoch Vorsicht geboten.
"Die Leute rennen uns die Türen ein", sagt Mag. Gernot Maier zu oe24. Er ist der Geschäftsführer von Schoeller Münzhandel (seit 2005 im Besitz der Münze Österreich AG, tätig in 40 Ländern).
"Es gibt viele Verkäufer und auch viele Käufer", berichtet der Goldexperte. Wie schnell sich der Goldpreis zuletzt nach oben bewegt hat, ist für Maier nicht mehr ganz nachvollziehbar. "Das Interesse an Gold ist groß, es gibt auch eine Inflation im Land. Nach der starken Aufwärtsbewegung ist eine Korrektur nicht mehr auszuschließen."
Während die einen die weitere Entwicklung eher verhalten betrachten, erwarten andere schon neue Rekorde. Die Kurse könnten weiter zulegen, erwartet die US-Investmentbank Goldman Sachs: Sie sieht für Ende 2026 schon 5.400 Dollar je Feinunze.
Soll ich jetzt noch Gold kaufen?
Ronald-Peter Stöferle, Fondsmanager der Incrementum AG, hält gegenüber oe24 fest: "Es gibt stützende Fakten für den Goldpreis: Die Zentralbankkäufe lagen 4 Jahre in Folge bei rund 1.000 Tonnen pro Jahr (≈ 1/3 der globalen Jahresförderung)."
Rund 75% der weltweiten Verbrauchernachfrage (Schmuck, Barren, Münzen) kommt aus den Emerging Markets (von Schwellenländern wie China, Indien, Türkei etc.).
Wie vorgehen, wenn man jetzt noch Gold kaufen will? Sollte man das überhaupt? Stöferle sagt: "Rekordpreise sind in so einem Setup kein Automatismus fürs Ende". Die Rallye kann seiner Meinung nach weitergehen. Sinnvoll ist es laut ihm "in Tranchen zu kaufen." Das bringe einen Kostendurchschnitt statt ein „All-in am Hoch“. Auch Stöferle hält fest: "Korrekturen bleiben normal".
Welchen Anteil am Anlageportfolio soll Gold laut dem Fondsmanager einnehmen?
Stöferle nennt den IGWT25-Referenzrahmen: 15% Sicherheitsgold + 10% Performance-Gold (als Teil eines „neuen 60/40“-Denkens). Bisher waren 60% Aktien und 40% Anleihen die klassische Formel für ein ausbalanciertes Investment-Portfolio - mit gutem Renditepotential durch Aktien und einem Sicherheitspolster durch die Anleihen.
Im neuen "In Gold We Trust" Report von 2025 empfehlen die Incrementum-Fondsmanager folgende Anlageklassen für das Portfolio.
Im neuen "In Gold We Trust" Report von 2025 empfehlen die Incrementum-Fondsmanager folgende Anlageklassen für das Portfolio. 45% Aktien und 15% Anleihen, aber auch 25 Prozent Gold (davon 25% "Performance-Gold" zu dem auch Silber oder Minenaktien zählt). Auch 5% Bitcoin und ein Zehntel Rohstoff-Investments empfehlen die Incrementum-Analysten.
Gold machte in Krisenzeiten große Zickzack-Sprünge
In der Finanzkrise 2008 bewegte sich der Goldpreis steil nach oben und schwankte dann stark. So erreichte Gold mit über 1.000 US-Dollar pro Unze einen ersten Höhepunkt, mit einem Jahresdurchschnitt von rund 871 US-Dollar und einem Jahrestief bei 712 US-Dollar.
Mittlerweile ist der Goldpreis mehr als fünf Mal so hoch wie vor 18 Jahren während der Finanzkrise. Krisen im Iran, Venezuela, Trump-Aufreger um Grönland und im Inland bei den ICE-Morden beherrschen die Nachrichten.
Gold kaufen
Gold wird als wertbeständig angesehen und hat über lange Zeiträume hinweg seinen Wert behalten. Das Edelmetall hat Kriege, Währungsreformen und Rezessionen überstanden, was es für viele als langfristige Anlage attraktiv macht. Die Stiftung Warentest etwa empfiehlt, rund zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Gold solle jedoch nur mit Geld gekauft werden, das man langfristig entbehren kann. Es ist Vorsicht geboten, weil in der aktuell hitzigen Stimmung viele von ständig steigenden Kursen ausgehen. Die können möglicherweise weiter steigen, aber auch eine Preiskorrektur nach unten ist nicht ausgeschlossen.