Börsen-Info

SO viele Aktionäre leben in Österreich

Das Vertrauen in Aktienmärkte steigt. Knapp jeder Dritte in Österreich besitzt Wertpapiere. Die Aktien werden vor allem für private Vorsorge gekauft

Die Zahl der Wertpapierbesitzer in Österreich legt stetig zu. Bereits knapp jeder Dritte (31 Prozent) hält Aktien, Anleihen, Investmentfonds oder ETFs. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Peter Hajek Public Option Strategies im Auftrag der Industriellenvereinigung (IV), des Aktienforums und der Wiener Börse hervor. Die IV sieht darin ein Signal, dass das Vertrauen in die Kapitalmärkte zunimmt.

"Trotz eines volatilen Börsenjahres 2025 ist das Vertrauen in die Kapitalmärkte weiter gestiegen", sagte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer laut einer Aussendung. Aber auch die Anreize für Investments dürften zugenommen haben, allen voran das schwindende Vertrauen in die staatliche Pension. Mehr als die Hälfte der rund 2.000 Befragten haben laut der Umfrage wenig bis gar kein Vertrauen, dass diese künftig noch ausreichen werde. Wichtigstes Motiv für den Besitz von Wertpapieren ist dementsprechend der langfristige Vermögensaufbau, 81 Prozent führen dies als Grund an. 62 Prozent nennen die Pensionsvorsorge als zentralen Faktor.

IV für Steuerentlastungen

Vor diesem Hintergrund pocht die IV auf steuerliche Entlastungen für Anlegerinnen und Anleger, beispielsweise durch eigene Vorsorgedepots. "Wer privat vorsorgt und damit die Sozialsysteme entlastet, darf dafür nicht bestraft werden", so Neumayer weiter. Österreich sei bei der kapitalmarktorientierten Vorsorge deutlich schwächer als andere Länder, sagte Angelika Sommer-Hemetsberger, Präsidentin des Aktienforums. Dabei sei das Thema in der Mitte der Gesellschaft angekommen. "1,3 Millionen Menschen, die weniger als 3.000 Euro netto verdienen, besitzen Wertpapiere. Die Menschen sind bereits viel weiter, doch die Politik hinkt weiter hinterher", so Sommer-Hemetsberger.

Dem pflichtet auch der Chef der Wiener Börse, Christoph Boschan, bei. "Während Schweden, Dänemark und Polen Milliarden am Kapitalmarkt für die Zukunft arbeiten lassen und Deutschland Vorsorgekonten mit Steuervorteilen startet, verweigert sich Österreich der Ergänzung des Umlagemodells". Österreich fehle der Mut zu "System-Entscheidungen, die unseren Wohlstand langfristig sichern".

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten