15.000 Menschen eingeschneit

Stromausfälle und Sperren

15.000 Menschen eingeschneit

Sturmböen bis 150 km/h und enorme Neuschneemengen im Westen.

Über Westösterreich ist in der Nacht auf Freitag der Winter hereingebrochen und hat jede Menge Neuschnee mitgebracht. Davon betroffen waren vor allem die Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg. Lawinen gingen ab, Straßen mussten gesperrt werden, höhergelegene Wintersportorte waren nicht mehr erreichbar, tausende Haushalte waren ohne Strom und gleich mehrere Urlauber mussten aus Bergnot gerettet werden.

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Schneesturm über Österreich BILDER

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    Vorarlberg: Winterurlauber eingeschneit
    Das Sturmtief "Andrea" hinterließ Vorarlberg rund 50 Zentimeter Neuschnee. Bei großer Lawinengefahr der Stufe 4 waren Freitag früh mehrere Straßen gesperrt, am Arlberg waren Stuben, Zürs, Lech und Warth sowie im Montafon Gargellen nicht erreichbar. Im Bregenzerwald geriet in Alberschwende ein Kamin eines Hauses nach einem Blitzeinschlag in Brand, in Egg wurde das Dach einer Schaubrennerei auf einer Länge von sechs Metern abgedeckt. Im Bezirk Feldkirch brach ein Kamin ein, in St. Gallenkirch (Montafon) stürzten auf einem Campingplatz Bäume auf zwei Wohnwagen.



    Straßensperren in Tirol
    In Tirol dauerte der Schneefall am Freitagnachmittag weiter an. Bei Ginzling wurde gegen 14.00 Uhr die Zillertalbundesstraße von eine Lawine bis zu vier Meter verschüttet. Verletzt wurde dabei nach ersten Informationen der Polizei niemand. Wann die B169 wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, war vorerst nicht absehbar. Den Wintereinbruch bekamen nach wie vor auch viele Haushalte zu spüren. Nach Angaben der Tiwag-Netz AG konnten am Nachmittag weiter 4.000 Kunden im ganzen Land nicht mit Strom versorgt werden.

    Gleich mehreren Urlaubern ist das Schlechtwetter zum Verhängnis geworden. Bei Längenfeld im Ötztal (Bezirk Imst) verirrten sich zwei Schneeschuhwanderer aus Italien in einem Wald im Ortsteil Aschbach. Das Ehepaar im Alter von 51 und 52 Jahren scheiterte schließlich beim Versuch, die Ötztaler Ache zu überqueren. Eine Wanderin hörte die Hilferufe. Während der Bergung tauchten zwei weitere Wanderer aus Russland auf, die den Spuren gefolgt waren. Auch sie wurden von den Bergrettern in Sicherheit gebracht.

    In der Wildschönau (Bezirk Kufstein) verließ eine Gruppe dänischer Schüler im Alter zwischen 15 und 17 Jahren mit ihren Lehrern den organisierten Skiraum, um über einen Weg zu ihrer Unterkunft abzufahren. Bei Schneefall und Sturm gerieten sie beim sogenannten Weißenbachgraben in unwegsames Gelände. Gegen 21.00 Uhr konnten die Urlauber von alarmierten Rettern gesichtet und ins Tal gebracht werden. Und in Rohrberg im Zillertal hatten sich russische Urlauber im Alter zwischen 16 und 18 Jahren verirrt. Auch dort konnten Bergretter die Snowboarder unverletzt ins Tal bringen.

    Zahlreiche Straßen in Salzburg gesperrt
    Heftige Schäden hat Sturmtief "Andrea" im Bundesland Salzburg zwar keine verursacht, dafür bereiteten den Einsatzkräften die Neuschneemengen Kopfzerbrechen. Wegen akuter Lawinengefahr wurden Freitag früh die Felbertauernstraße (B108) zwischen Mittersill (Pinzgau) und Matrei in Osttirol sowie die Gerlosstraße (B165) zwischen Wald im Pinzgau und dem Rankental gesperrt.

    Auf hochgelegenen Alpenstraßen bestand Schneekettenpflicht für alle Fahrzeuge, wie zum Beispiel auf der B99 über den Radstädter Tauern und den Katschberg. Winterliche Fahrverhältnisse herrschten in allen Salzburger Bezirken außer in der Stadt Salzburg. Zahlreiche Straßen waren am Freitagvormittag mit Schnee bedeckt. Feuerwehrleute haben seit gestern Abend alle Hände voll zu tun, um hängengebliebene Lastwagen und Autos zu bergen.

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    20.58 Uhr: Die aktuelle Wind-Vorhersage für 21.00 Uhr. Der Sturm erreicht den Osten, im Nordburgenland rund um den Neusiedler See werden Böen von über 80 km/h erwartet. Wenn Sie eine animierte Version sehen wollen, klicken Sie bitte auf das Bild.

    19.51 Uhr: Wintergewitter setzt Kirchturm in Brand
    Blick nach Deutschland: Eine Kirche in Wald im Ostallgäu ist nach einem Gewitter in Brand geraten. Der rund 60 Meter hohe Glockenturm steht lichterloh in Flammen und droht einzustürzen. Auch Gebäude in der Umgebung der Kirche sind in Gefahr, heißt es. Die Polizei sperrte das dicht bebaute Gebiet rund um die Kirche ab, Feuerwehrleute kämpfen im Schneegestöber gegen die Flammen an.

    © EPA

    19.26 Uhr: Stromausfälle in Tirol
    In Tirol sind mehr als 10.000 Haushalte vorübergehend ohne Elektrizität, teilte die Tiwag Netz AG mit. Die Reparaturtrupps stehen im Dauereinsatz. Probleme gab es unter anderem im Raum Starkenbach/Imst, Ranggen und Sellrain (Bezirk Innsbruck-Land), Alpbachtal (Bezirk Kufstein) oder Hochfilzen (Bezirk Kitzbühel). 195 Versorgungsstationen seien abgeschaltet worden, berichtete Klaus Schüller von der Tiwag Netz AG.

    18.05 Uhr: Bahnunterführung in OÖ überflutet
    Die Feuerwehr musste vier Personen aus einem Auto, das in einer Eisenbahnunterführung in Rainbach im Mühlkreis (Bezirk Freistadt) vom Wasser eingeschlossen worden war, bergen. Verletzt wurde niemand.

    In Weyregg am Attersee (Bezirk Vöcklabruck) wurde ein Haus vom Sturm abgedeckt. Die meisten Einsätze im Land betrafen vorerst umgeknickte Bäume, die auf Straßen lagen, so das LFK.

    17.45 Uhr: Erste Auswirkungen der Schlechtwetterfront im Tiroler Außerfern: Nach Angaben des Bezirksfeuerwehrkommandos waren sieben Wehren mit Einsätzen beschäftigt. Bäume stürzten unter anderem in Steeg, Musau oder Nesselwängle auf Wohnhäuser oder verlegten Straßen. Bei Bach musste die Lechtalbundesstraße wegen Lawinengefahr gesperrt werden. Die Umleitung erfolgt über Nebenstraßen.

    17.37 Uhr: Seilbahn eingestellt: 20 Personen sitzen auf Bergstation fest
    Auf der Bergstation des Karren (976 Meter), dem Hausberg Dornbirns, saßen am Nachmittag rund 20 Personen fest. Der Bahnbetrieb musste wegen bis zu 100 km/h starker Windböen abgebrochen werden. Da auch ein Abstieg zu Fuß durch den Wald wegen herabstürzender Äste als zu gefährlich verworfen wurde, soll die Abfahrt nach Abflauen des Windes per Bus oder Pkw bewerkstelligt werden, hieß es.

    17.20 Uhr: Sturmtief "Andrea" ist in Vorarlberg eingetroffen. Im Norden Vorarlbergs ging ein Wintergewitter nieder. Die RFL berichtete gegen 17.00 Uhr von bisher 55 Feuerwehreinsätzen, großteils im Rheintal und im Bregenzerwald. Die Situation habe sich in den vergangenen eineinhalb Stunden rasant entwickelt, im Süden sei die Lage noch ruhig, so Einsatzleiter Dietmar Pfanner. Die Einsätze betrafen meist auf Straßen gestürzte Bäume oder Äste, in einigen Fällen mussten Dächer gesichert werden. Personenschaden gebe es bisher nicht.

    16.44 Uhr: Blick nach Europa: Der Sturm forderte ein Menschenleben in Belgien. Ein 64-jähriger Mann wurde in Rossdaal bei Brüssel von einer fünf Meter hohen Tür erschlagen. Bei den Unwettern im ganzen Land gab es zudem mehrere Verletzte. Der Wind fegte mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde über das Land. Häuser wurden abgedeckt, Bäume stürzten um, überflutete Straßen waren unpassierbar.

    16.26 Uhr: Die aktuelle Wind-Vorhersage: In den nächsten Stunden werden in Oberösterreich Windspitzen über 80 km/h erwartet. Für die animierte Version klicken Sie bitte auf das Bild.

    15:41 Uhr: Auch der Sport ist vor "Andrea" nicht sicher: Wegen heftigen Schneefalls musste die Qualfikation zum letzten Bewerb der Vierschanzentournee in Bischofshofen abgebrochen werden.

    14:34 Uhr: Video: So wütet Orkan "Andrea" in Österreich:

    13:35 Uhr: Die aktuelle Windkarte: Klicken Sie auf das Bild um die animierte Version zu laden.

    12:36 Uhr: Skispringen in Bischofshofen: Die Qualifikation für den Abschlussbewerb der Vierschanzen-Tournee der Skispringer in Bischofshofen ist wegen des Schlechtwettereinbruchs um eineinhalb Stunden auf 15.00 Uhr vorverlegt worden. Der erste Trainingsdurchgang wurde für 13.15 Uhr angesetzt.

    12:23 Uhr:  Die detailgenauen Infos und die aktuellen Schneehöhen in den Bundesländern gibt es hier >>

    11:41 Uhr: Update Unwetterwarnung für Österreich: Die  Wetterwarnungen wegen Sturms und Schneefall bleiben aufrecht. Besonders im Arlberg- und Silvrettagebiet erwarten die Meteorologen Schneefälle, wie sie nur einmal in vier Jahren vorkommen. Beim Sturm werden die heftigsten Böen in der obersteirischen Stadt Bruck an der Mur und Umgebung befürchtet.

    11:21 Uhr: Blick nach Deutschland - Frankfurt sagt Beerdigungen ab: Wegen des Orkans "Andrea" finden heute in Frankfurt keine Beerdigungen statt. Die Gefahr, dass Trauernde durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste verletzt werden, ist zu groß. Rund 20 Beisetzungen mussten verschoben werden. Angehörige und Beerdigungsinstitute werden telefonisch benachrichtigt. Auch die Stadt Bad Homburg sperrt ihre Friedhöfe wegen des Sturms. Die Städte fordern die Bürger auf, auch Parks und Grünanlagen nicht zu betreten.

    11:04 Uhr: Lawinen-Gefahr in Salzburg: Der Wintereinbruch bringt dem Bundesland Salzburg bis zum Sonntag rund 80 Zentimeter Neuschnee. Wegen des starken Windes mit Spitzen bis zu 140 km/h auf den Bergen steigt die Lawinengefahr ab morgen regional von erheblich auf groß an (Stufe vier der fünfteiligen Skala).

    10:51 Uhr: Lawinen-Alarm auch in Tirol: Angesichts der zunehmend kritischen Lawinensituation hilft in Tirol das Bundesheer aus. Der Lawineneinsatzzug in der Pontlatzkaserne in Landeck mit 30 Mann soll in Bereitschaft versetzt werden. In St. Johann gibt es außerdem einen Rufbereitschaftszug.
     

    10:28 Uhr: Die Lawinengefahr in Vorarlberg steigt:  Am Abend und in der Nacht wird wegen der Verfrachtungen durch stürmischen Wind und des ergiebigen Neuschnees regional bereits die zweithöchste Stufe 4 ("groß") erreicht werden. Ab dann sind spontane Lawinenabgänge möglich. Am Freitag und Samstag wird die Lawinengefahr im ganzen Land oberhalb von 1.800 Metern als groß eingeschätzt.

    10:16 Uhr: Wegen des Sturms und dichten Schneetreibens ist auch am Stubaier Gletscher in Tirol derzeit kein Wintersport möglich. Hier geht's zur Webcam >>

    10:04 Uhr: Sturm tobt bereits in Österreich: Das Skigebiet am Feuerkogel in Oberösterreich ist gesperrt. Wegen Windböen mit Spitzen von über 100 km/h ist der Skibetrieb eingestellt.

    09:34 Uhr: Deutschland:  Durch Schneefall und Aquaplaning kam es in Nordhessen auf den Autobahnen A 7, A 44 und A 49 zu mehreren Unfällen, wie das Polizeipräsidium in Kassel mitteilte. Teilweise mussten Fahrbahnen gesperrt werden. Eine Landstraße bei Bad Emstal-Sand sollte wegen mehrerer umgestürzter Bäume mindestens bis Mittag komplett gesperrt bleiben.

    08:54 Uhr: Aktuelles Satellitenbild: Auf dem Foto ist kalr zu erkennen, wie die Sturmfront quer durch Europa zieht. Klicken Sie auf das Foto, um die animierte Version zu laden:

    08:09 Uhr: Die Unwetterwarnung im benachbarten Bayern: Besonders gefährdet sind folgende Bezirke: Oberallgäu, Ostallgäu, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Rosenheim, Traunstein und das Österreich-nahe Berchtesgadener Land. Dort soll im Lauf des Tages Orkan "Andrea" mit der Höchst-Stufe 12 wüten. Damit ist klar, dass Österreich nicht verschont bleibt. +++ Wir halten Sie hier minutenaktuell auf dem Laufenden +++

    07:18 Uhr: Blick nach Deutschland: Am Alpenrand in Bayern herrscht höchste Alarmstufe: Dort wird vor extremen Orkan-Unwettern gewarnt. "Andrea" ist jetzt im Anmarsch auf Süddeutschland. In Hamburg schlug das Orkantief voll zu: Teile der Hansestadt sind geflutet.

    07:03 Uhr: Sturm im Anmarsch: So schaut die derzeitige Wind-Alarm-Karte aus: Klar zu sehen im violett markierten Bereich ist Orkan "Andrea", der derzeit über Deutschland wütet. Ausläufer streifen heute Österreich. +++ Wir berichten LIVE +++

    © www.wetter.at

    06:37 Uhr: Die aktuelle Temperaturen: Wien bedeckt 6 Grad, Sankt Pölten Sprühregen 5 Grad, Eisenstadt bedeckt 4 Grad, Linz bedeckt 3 Grad, Salzburg Sprühregen 4 Grad, Graz bedeckt -1 Grad, Klagenfurt Dunst -1 Grad, Innsbruck bedeckt 2 Grad, Bregenz bedeckt 5 Grad.

    06:04 Uhr: Die Prognose für heute: Im Südosten gibt es zunächst noch einige Wolkenlücken, ansonsten breiten sich dichte Wolken auf das ganze Land aus. Dazu regnet oder schneit es, im Westen und an der Alpennordseite besonders am Nachmittag auch anhaltend und gebietsweise ergiebig. Die Schneefallgrenze liegt anfangs noch über 1000m, sinkt aber bis zum Abend auf 500m ab. Die Frühtemperaturen bewegen sich zwischen minus 5 und plus 5 Grad, die Höchstwerte liegen bei 1 bis 8 Grad.

    Diashow: Sturm fegt über Europa

    Sturm fegt über Europa

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