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Chronik

4-Jähriger verblutet nach Mandeloperation

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Eine normale Mandeloperation an der Innsbrucker Klinik hat ein vierjähriges Kind das Leben gekostet: Der Bub verblutete zu Hause.

Der Routine-Eingriff wurde auf der HNO-abteilung der Innsbrucker Klinik durchgeführt. Die Operation dauerte gerade einmal 20 Minuten, dabei wurden die Mandeln bei Vollnarkose herausgeschält, die großflächige Wunde sollte eigentlich nach drei Wochen unter besonderer Schonung verheilt sein. Doch in diesem Fall kam es zu einer Nachblutung, der Bub starb unter den Händen seiner verzweifelten Eltern.

Probleme könne es bei der Wundheilung geben, sagte der Leiter der HNO-Klinik in Innsbruck, Univ.-Prof. Andreas-Rüdiger Gunkel. Gerade bei Kindern könne es zu Nachblutungen beziehungsweise sogar zu einer Sturzblutung kommen. " Und das ist gerade bei Kindern problematisch, weil Kinder eine wesentlich geringere Blutmenge als Erwachsene haben", meinte Gunkel.

Werden Kinder zu früh entlassen?
Eine Sturzblutung trete dann auf, wenn die Wunde aufplatze, und das passiere meist zu Hause. Denn zwei Tage nach der Operation entlasse man die kleinen Patienten aus der Klinik. Zudem werde darauf hingewiesen, dass das Kind nun besonderer Schonung bedürfe - im Bewusstsein, dass Kinder nicht immer unter Kontrolle zu halten seien. "Wenn so eine Sturzblutung eintritt, dann heißt es sofort den Notarzt und die Rettung rufen, denn dann geht es um Sekunden" , sagte Gunkel. Im Falle des Innsbrucker Buben kam leider jede Hilfe zu spät.

Für den HNO-Experten Gunkel wäre ein längerer Beobachtungszeitraum der Kinder in der Klinik durchaus sinnvoll. "Die verantwortlichen Krankenkassen sollten eine unterschiedliche Regelung für Erwachsene und Kinder andenken, zumal die Gefahr bei Kindern wesentlich höher ist.

Ein Todesfall auf 15.000 Eingriffe
Aber Gott sei Dank sind tragische Fälle gering: Auf 15.000 Eingriffe kommt ein Todesfall. " Aber jeder Todesfall ist einer zu viel", sagte der Arzt.

Ähnlicher Fall erst im Juni
Erst im Juni war ein vierjähriges Mädchen aus Trumau in Niederösterreich nach einer Mandeloperation verblutet. Die Mutter hatte bei einer Autofahrt plötzlich bemerkt, dass ihr Kind Blut spuckte. Sie alarmierte den Notruf und erhielt Anweisungen für Erste Hilfe per Telefon, doch bereits nach drei Minuten verlor das Kind das Bewusstsein und starb schließlich. Der Magen des Mädchens hatte sich dem Bericht zu Folge mit Blut gefüllt.

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