Darum wirft Opernball-Chefin hin

Knalleffekt

Darum wirft Opernball-Chefin hin

Knalleffekt einen Monat vor dem Opernball: Organisatorin Maria Großbauer schmeißt hin.

Wien. Die legendäre Lotte Tobisch tat es 15 Jahre, Desirée Treichl-Stürgkh immerhin acht – und auch Elisabeth Gürtler amtierte acht Jahre als Chefin des Opernballs. Nun, Maria Großbauer (39), im „Nebenjob“ ÖVP-Nationalratsabgeordnete, hielt es nicht so lange aus: Einen Monat vor ihrem vierten Opernball erklärte sie ihren Abgang. „Es ist der richtige Zeitpunkt“, so Großbauer.

Dabei ist ihr die Oper quasi in die Wiege gelegt worden. Sie ist Tochter des Philharmoniker-Posaunisten Karl Jeitler und Gattin des ehemaligen Philharmoniker-Vorstandes Andreas Großbauer.

Im Team mit Meyer. Warum sie jetzt geht, darüber macht sie bestenfalls Andeutungen. Jedenfalls habe es vor allem damit zu tun, dass der derzeitige Staatsoperndirektor Dominique Meyer nach der laufenden Spielsaison 2019/20 an die Mailänder Scala wechselt.

Ja, sie und Meyer seien ein gutes Team gewesen, erklärte Großbauer in ÖSTERREICH. Ob der neue Opernchef Bogdan Roscic Grund für den Abgang sei – dazu wollte Großbauer nichts sagen. Sie habe diese Entscheidung „aus freien Stücken“ getroffen.

Alter Deal. Kulturinsider vermuten hinter dem Abgang indes einen alten Deal. Als im Jahr 2015 noch eine Verlängerung Meyers diskutiert worden war, habe man als eine Art Vorleistung an die Philharmoniker die Gattin des Orchester-Chefs zur Opernball-Chefin gemacht. Dann sei Meyers Verlängerung allerdings geplatzt, Großbauer habe quasi ihre Arbeitsgrundlage verloren.

Lugner ist nicht traurig. Opernball-Profi Richard Lugner zeigte sich jedenfalls nicht völlig überrascht: „Ich habe mir schon so etwas erwartet. Traurig bin ich jedenfalls nicht. Ich habe versucht, sie wegen der Logen zum Essen einzuladen. Sie hat mich mit den Worten ,Ich gehe nicht mit Kunden essen‘ völlig abblitzen lassen.“

Großbauer: ›Ich gehe aus freien Stücken‹

ÖSTERREICH: Warum haben Sie die Organisation des Balles gerade aufgegeben? Sie haben das mit dem Abgang von Dominique Meyer begründet.

Maria Großbauer: Ich habe mich entschieden, die Organisation jetzt nach vier Bällen abzugeben. Und ja, das stimmt schon: Direktor Dominique Meyer und ich ­waren und sind ein großartiges Team.

ÖSTERREICH: Jetzt kommt ein neuer Staatsopern­direktor. Ist eventuell die Person von Bogdan Roscic der wirkliche Grund für diesen Schritt?

Großbauer: Ich ­habe diese Entscheidung wirklich aus freien Stücken gefällt – sie ist schon länger in mir gereift.

(gü, war)

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