Korruptions-Krimi: Jetzt packt Zeuge aus

Justiz ermittelt in Wiener Magistrat

Korruptions-Krimi: Jetzt packt Zeuge aus

Insider. „Ja, wir sollten ­zahlen“, schildert Unternehmer K. im Gespräch mit ­ÖSTERREICH ein System jahrelanger Korruption in der MA 21 A, der „grünen“ Magistratsabteilung für Flächenwidmungen in der Wiener Stadtverwaltung.

Vor Genehmigung Geld an die Firma der Ehefrau?

Kronzeuge. K. (Name der Redaktion bekannt) ist ein erfolgreicher Wiener Unternehmer und hatte auch für seine Firma um eine Genehmigung der Ausbaupläne beim Magistrat angesucht.

Dann passierte es: „Mir wurde gesagt, dass ich zuvor eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen muss. Bei einem ganz bestimmten Architekturbüro. Und wissen Sie was? Bei diesem Unternehmen im 8. Bezirk ist die Gattin des früheren grünen Stadtplaners Christoph Chorherr mit 25 Prozent der Firmenanteile Gesellschafterin und gleichzeitig auch Geschäftsführerin.“

Gestoppt. Für eine Machbarkeitsstudie wird üblicher­weise ein Prozent der Projektkosten verrechnet, erzählt der Unternehmer. Bei einem Ausbau im Wert von zehn Millionen Euro hätte das Architekturbüro der Gattin des Grünpolitikers 100.000 Euro erhalten.

K. weigerte sich jedoch: „Ich wurde dafür auch ,diszipliniert‘, ich musste monatelang auf eine Genehmigung für die Erweiterung meines Betriebs warten. Die haben mich monatelang gequält, obwohl ich sogar das Okay vom Bürgermeister hatte.“

Heumarkt. Wie ÖSTERREICH aufdecken konnte, ermittelt die Korruptionsstaatsanwalt­schaft bereits gegen acht Per­sonen in diesem Krimi. Angeblich sollen auch die Vorgänge rund um die Genehmigung des 66 Meter hohen Turms am Heumarkt durch die damalige Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou untersucht werden.

Dabei spielt der Immobilienentwickler Michael Tojner eine Hauptrolle: Heumarkt-Projektbetreiber Tojner hielt bis 2012 auch zehn Prozent der Anteile der Ithuba Capital AG, die wiederum Christoph Chorherrs Charity-Projekt „Ithuba“ gesponsert hat.

Christoph Chorherr und seine Gattin gaben keine Stellungnahmen ab, auch der grüne Bundesvorsitzende Werner Kogler wollte nicht über diesen Fall sprechen.

Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

(rs)

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