Ab Mittwoch hält mit weitgehenden Öffnungsschritten wieder mehr Normalität Einzug.
Wien. Mehr als ein halbes Jahr waren Gastronomie, Kulturbetriebe und Sportstätten geschlossen. Am Mittwoch kommender Woche beginnt in Österreich wieder das große Aufsperren. Allerorts herrscht geschäftiges Treiben, aus allen Bundesländern kommen Meldungen, dass die Lokale einen großen Gästeansturm erwarten.
Kaum noch Tische. Peter Friese, Inhaber des Restaurants Zum Schwarzen Kameel in der Wiener Innenstadt: „Wir müssen jetzt einen Corona-Beauftragten ernennen und genügend PCR-Tests für alle Mitarbeiter organisieren. Zum Glück gibt es da die Wiener Initiative ‚Alles gurgelt‘. Das funktioniert perfekt.“ Für den 19. Mai und die folgenden Tage sei das Lokal komplett ausreserviert, so Friese. Bernd Schlacher vom Restaurant Motto in Wien: „Wir freuen uns aufs Aufsperren und setzen voll aufs Testen. Im Motto am Fluss mache ich eine eigene Teststraße. Die wird richtig cool.“
„Ich bin sehr optimistisch. Die gehobene Gastronomie ist fast ausgebucht, aber auch beim Wirt ums Eck ist die Nachfrage groß“, so Wiens Gastro-Chef Peter Dobcak. Er hat nur eine leise Sorge: „Hoffentlich ist das nicht nur ein erster Ansturm wie bei den Friseuren und dann kommt die Flaute. Da braucht es rasch weitere Öffnungsschritte.“
Fitnessstudios legen los. Auch Ernst Minar, Chef der Fitnessklubkette John Harris, ist im Wiederöffnungsstress: „Wir hatten sechseinhalb Monate geschlossen. Jetzt müssen wir die Betriebe neu adaptieren.“ Der Öffnung sieht Minar mit Freude entgegen, wenngleich er im Hinterkopf stets die Sorge habe, dass die Zahlen wieder steigen.
Thermen voll. Über eine sehr gute Buchungslage freut sich Gerhard Gucher, Direktor der Vamed Vitality World und damit Chef der Therme Wien und von acht Spa-Ressorts, wie etwa der St. Martins Therme im Burgenland: „Zu Pfingsten sind die Hotels in unseren Betrieben so gut wie ausgebucht.“
Alle Regeln: So wird am Mittwoch geöffnet
Opern-Chef Bogdan Rošcic: "Viele Abende sind komplett ausverkauft"
ÖSTERREICH: Wie werden Sie an der Wiener Staatsoper die Corona-Maßnahmen handhaben?
Bogdan Rošcic: Der Saalplan ist so angelegt, dass zwischen jeder Besuchergruppe ein Platz frei gelassen wird. Maximal vier Personen können als eine Gruppe buchen. Alle Karten sind personalisiert, sodass wir im sehr unwahrscheinlichen Fall einer Infektion ein reibungsloses Contact Tracing garantieren können.
ÖSTERREICH: Wie läuft der Kartenverkauf?
Rošcic: Die Sehnsucht nach der Wiederöffnung ist deutlich spürbar. Es gibt bereits Abende, die komplett ausverkauft sind, aber es gibt bis Ende der Spielzeit auch viele Vorstellungen, für die durchaus noch Karten verfügbar sind.