Fachleute warnen

Bereits 24 Tote nach Lawinenabgängen in dieser Wintersaison

Die massiven Schneefälle vergangene Woche haben zuletzt die Lawinengefahr vor allem in Westösterreich verschärft und zu zahlreichen Abgängen und Unfällen geführt.

Bis Montag gab es in Österreich in der heurigen Wintersaison bereits 24 Lawinentote. Besonders unfallträchtig war der Zeitraum 15. bis 22. Februar mit zwölf Getöteten, sagte Susanna Mitterer vom Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) am Dienstag zur APA.

Von den zwölf Toten waren elf als Variantenfahrer, also im Nahbereich von Skipisten, unterwegs. Nur geöffnete Pisten sind gesichert, betonte Mitterer, alles, was neben den Pisten liegt, ist ungesichertes Skigelände. Das sei manchen nicht bewusst. Dazu gehören auch gesperrte Skipisten. Eine Person starb in diesen sieben Tagen als Skitourengeher in einer Lawine. Von den zwölf Opfern waren zwei aus Österreich, bei zehn handelte es sich um Touristen.

Fachleute warnen vor "Lawinenzeit"

Experten nennen diese kurze, kritische Phase im Winter mit extrem erhöhtem Lawinenrisiko und Unfallhäufigkeit "Lawinenzeit". Diesen Begriff prägte der langjährige Ausbildungsleiter der Österreichischen Berg- und Skiführer, Klaus Hoi. Oftmals wird die "Lawinenzeit" durch Neuschnee, Wind und eine ungünstige Schneedeckenstruktur - wie sie in dieser Saison gegeben ist - ausgelöst. Wie Mitterer berichtete, gab es beispielsweise auch in der Wintersaison 2022/2023 von 3. bis 6. Februar 64 Lawinenmeldungen und acht Tote. "Wenn man diese Lawinenzeiten meiden würde, würde das Risiko deutlich minimiert werden", sagte Mitterer.

Die Lawinengefahr in Tirol und Vorarlberg bleibt weiterhin hoch, vor allem oberhalb der Waldgrenze galt auch am Dienstag vielerorts Lawinenwarnstufe vier auf der fünfteiligen Skala. Neun der zwölf Toten in der jüngsten "Lawinenzeit" wurden in Tirol verzeichnet, zwei in Vorarlberg.

Schon jetzt gibt es in dieser Saison deutlich mehr Lawinentote als in der gesamten Wintersaison des Vorjahrs, damals starben acht Menschen. Von den bisher 24 Opfern waren 13 als Variantenfahrer unterwegs, zehn starben bei einer Skitour und eine Person beim Bergwandern. Zehn stammten aus Österreich, 14 aus dem Ausland. Zwölf Tote gab es in Tirol, sechs in Salzburg, vier in der Steiermark und zwei in Vorarlberg. Im Durchschnitt gab es in den vergangenen zehn Jahren in der gesamten Wintersaison jeweils 16 Tote.

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