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Streit unter Nachbarn

Blutbad im Villenviertel: Ehepaar tot

Schock und Trauer in einem Villenviertel bei Linz: Ein Senioren-Ehepaar ist tot.

Die Ermittler hatten es bereits befürchtet, als sie Sonntagabend meinten, der Zustand des 74-Jährigen und seiner Gattin (71) sei „grenzwertig“. Montagvormittag war es dann traurige Gewissheit: Erich und Regina Z. waren beide im Kepler-Universitäts-Klinikum verstorben. „Sie sind nicht mehr zu Bewusstsein ­gekommen“, bedauert ein ­Spitalssprecher.

Die Schreie schreckten 
das ganze Viertel auf
Wie ÖSTERREICH berichtete, hatte der mutmaßliche Angreifer – Nachbar Roland H. (41) – auf offener Straße zuerst auf die beiden eingetreten und sich dann von einer Baustelle eine Eisenstange geschnappt, mit der er auf seine verhassten Nachbarn einschlug – immer und immer wieder. Die Schreie schreckten das ganze Viertel auf, Blut floss in Strömen. Als die Polizei in die Villengegend gerast kam, ließ sich der Verdächtige widerstandslos festnehmen.

Als der Zorn verraucht war und Roland H. seinen Blutrausch und die Folgen realisierte, sagte er in der Vernehmung nur: „Es tut mir leid.“ Der Staatsanwalt ermittelt wegen Doppelmordes.

Gartenzaun-Reibereien schwelten seit 13 Jahren
Als Motiv für den unerwarteten Amoklauf wird ein Nachbarschaftsstreit des Voest-Technikers mit den Nachbarn, dem Ehepaar Z. und dessen juristisch versierter Tochter, angenommen: „Es war bekannt, dass es einen Konflikt gab, der schon 13 Jahre ging“, sagt der Leondinger Bürgermeister Walter Brunner.

Richtig aktenkundig waren die Gartenzaun-Reibereien aber nicht. Zuletzt waren es die im Freien spielenden Kinder des Amateurfunkers – ein Mädchen und ein Bub (6, 9) –, die den Nachbarn ein Dorn im Auge waren.

Das Ehepaar hielt den Kinderlärm für untragbar. Als es am Samstag seinen Nachbarn zufällig beim Spazierengehen traf und ihn wieder einmal deswegen ansprach, rastete H. aus. Für den Verdächtigen gilt die Unschuldsver­mutung. (kor, bom)

Anwalt: „Streit brachte ihn um den Verstand“

Der Linzer Star-Verteidiger Andreas Mauhart hat den spektakulären Fall übernommen.

  • Unbescholten: „Mein Mandant ist ein absolut liebevoller Familienvater, der bisher unbescholten war und dem niemand so etwas zugetraut hätte.“
  • Kurzschluss: „Der langjährige Nachbarschaftsstreit hat ihn um den Verstand gebracht. Ich kann mir das Ganze nur als extreme Kurzschlusshandlung erklären, die bis hin zur Unzurechnungsfähigkeit geht. Dar­über muss allerdings ein Gutachter entscheiden.“
  • Brutal: Nicht nur Psycho­logen wie Cornel Binder-Krieglstein fragen sich: Warum explodierte die „Wut gepaart mit Ohnmacht“ in einer derart brutalen „Überschlagshandlung“?
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