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Teurer Einsatz

Bombenspur nach Bayern

Bei den Ermittlungen zu den Bombenattrappen in der Salzburger Altstadt kooperiert man nun auch mit der Polizei in Bayern.

Der Koffer voller Geld, der am vergangenen Freitag von drei Banken in der Salzburger Altstadt per Bombendrohung erpresst wurde, hätte am Bahnhof übergeben werden sollen. Gegenüber ÖSTERREICH wurde nun das brisante Detail bekannt, dass dieser Koffer den Weg mit dem Zug nach München hätte nehmen sollen, heißt es aus dem Kreis der Ermittler. Die Kollegen aus Bayern sind längst eingeschaltet und kooperieren intensiv. Damit führt die Spur auch nach Bayern, obwohl die Bombenattrappen nicht in Deutschland aufgegeben wurden. Das passierte zwar außerhalb Salzburgs, aber doch in Österreich. Das Bundesland wird hier nicht genannt.

Für die Ermittlungen und für den Schutz werden keine Kosten gescheut. Diese sind enorm: Immerhin waren drei Hubschrauber und etwa 100 Polizisten während dem Bombenalarm im Einsatz. Norbert Huber, Landeschef der Flugpolizei, wagt eine erste Schätzung: „Der Flug für die Experten des Entschärfungsdienstes von Innsbruck nach Salzburg kostete etwa 2.500 Euro. Dazu kommen zwei Hubschrauber vor Ort. Also noch einmal 3.000 Euro dazu.“ Noch weiß man nicht, wie viel Personal und Pkw extra angefordert werden mussten.

Die Sätze für den Zusatzeinsatz eines Streifenwagens sind allerdings klar, sagt Major Gerhard Waltl vom Landeskriminalamt: „10,90 Euro kostet jede angebrochen halbe Stunde eines Dienstautos.“ Bei drei Stunden Extraeinsatz pro Fahrzeug fast 66 Euro. Erst in diesem Jahr hat es ebenfalls eine Bombendrohung in Salzburg gegeben. Diese ging jedoch telefonisch ein und hatte bei weitem nicht die Dimension von Freitag. Der mutmaßliche Täter wurde ausgeforscht, das Verfahren gegen den Verdächtigen läuft, das Land hat ihn auf 1.700 Euro Kostenersatz geklagt.

Teure Drohung. Für die aktuellen Täter und Drahtzieher könnte es aber wesentlich teurer kommen. Helmut Eymannsberger von der Wirtschaftskammer gibt eine grobe Schätzung ab: „Der Umsatzentgang im Tagesgeschäft für Handel und Tourismus dürfte bei etwa 200.000 Euro liegen.“ Diese Kosten könnten von einem verurteilten Täter zurückgeholt werden, theoretisch zumindest. „Wir würden unsere Mitglieder in jedem Fall rechtlich beraten“, meint Eymannsberger. Für Christian Sturm, der durch den Bombenalarm in seiner Boutique – nach eigenen Angaben – 3.000 Euro an Umsatz verloren haben dürfte, wäre das aber sinnlos. „Man kann kaum einem Nackten noch ein Hemd ausziehen“, verdeutlicht er die Aussichtslosigkeit. „Denn es wird nur jemand Geld erpressen, der auch ohne dasteht.“ Ein Gedanke, dem sich die Ermittler weitgehend anschließen.



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