Der schwere Sonnensturm, der Montagnacht die Erde getroffen hat, wirkt auch am Dienstag weiter nach.
Über Österreich sind erneut Polarlichter sichtbar. Aufgrund des gestrigen Sonnensturms und des daraus resultierenden anhaltenden geomagnetischen Sturms besteht weiterhin die Chance, Aurora zu beobachten.
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Am Dienstagabend ab 18 Uhr war auf der Rax erneut das rot-grüne Leuchten am Himmel zu sehen.
„Spielt das Wetter mit, gibt es auch heute Nacht Aurora-Chancen“, schreiben die Experten der GeoSphere Austria. In weiten Teilen des Landes steht eine kalte Nacht bevor, während im Osten teilweise Wolkenfelder die Sicht trüben können.
Blick zum Hohen Sonnblick
Mit tiefen Temperaturen rechnen
Aurora-Beobachter müssen zudem mit tiefen Temperaturen rechnen. „Im Osten weht derzeit ein eiskalter Wind. Tatsächlich liegt die gefühlte Temperatur dank Windchill im Osten verbreitet unter -10 Grad, in exponierten Lagen auch um -15 Grad (Bucklige Welt, Wienerwald, Waldviertel)“, informiert UWZ-Meteorologe Nikolas Zimmermann.
Blick zum Großglockner
Sankt Anton
Blick zum Schrankogel
Polarlichtern über weiten Teilen Österreichs
Der Dst-Index zur Beschreibung der geomagnetischen Aktivität ist laut Fachleuten auf -224 nT gefallen. Damit zählt der aktuelle geomagnetische Sturm zu den drittstärksten des laufenden Sonnenzyklus. Der Sonnensturm sorgte Montagnacht für eine starke Störung des Erdmagnetfelds und führte zu auffälligen Polarlichtern über weiten Teilen Österreichs.
Satelliten, Navigationssysteme oder Stromnetze
Zu Einschränkungen bei Satelliten, Navigationssystemen oder Stromnetzen kam es ersten Informationen zufolge nicht. Allerdings müsse auf Flügen über arktische Routen mit einer erhöhten Strahlenbelastung gerechnet werden.
Die Geschwindigkeit der Sonnenpartikel betrug rund 1.178 Kilometer pro Sekunde. Die Feldstärke in Erdnähe erreichte nach Angaben der GeoSphere Austria 91 Nano-Tesla, also etwa das Zehnfache des Durchschnittswerts. „Vergleichbare Messwerte hat es in unseren Aufzeichnungen, die 1995 beginnen, noch nie gegeben. Damit handelt es sich um den stärksten registrierten Wert seit mindestens 31 Jahren“, erklärt Christian Möstl, Leiter des Space Weather Office der GeoSphere Austria.