Die miesen Tricks der Bettel-Mafia

Schockierende Bedingungen

Die miesen Tricks der Bettel-Mafia

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Behinderter (33) zum Betteln 
gezwungen, schwer gefoltert.

Während die Politik über eine Bettel-Regelung streitet (ÖSTERREICH berichtete), zeigt ein besonders extremer Fall die brutalen Methoden der Bettel-Mafia.

Der Fall. Ein schwerbehinderter Rumäne (33) wird über Jahre zum Betteln gezwungen. Von seinem Verdienst – zu Spitzenzeiten 1.000 Euro pro Tag – bleibt ihm nichts.

Wehrt er sich, wird er geschlagen und tagelang an einen Baum gebunden. Das einzig Gerechte daran: 13 verdächtige Hintermänner stehen bald vor Gericht.

Klar ist: Das ist kein Einzelfall, die Bettel-Mafia agiert skrupellos. Und sie ist schwer zu fassen, so Oberst Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt zu ÖSTERREICH. Kaum ein Bettler bezeichnet sich deklarierterweise als Opfer.

Dennoch gibt sich Tatzgern kämpferisch: „Wir wollen den Hintermännern ihr Geschäft schwer machen.“

Den Bettlern bleibt kaum etwas von den Einnahmen
So läuft das Bettel-Business: Transport, Unterkunft und Bettelplätze – all das ist reisebüroartig organisiert. Transporteure pendeln pausenlos mit Bettlern zwischen Bukarest, Wien und Berlin. Alles müssen die Bettler bezahlen, oft starten sie mit Schulden.

Vor Ort: Elend. 40 Menschen teilen sich kleine Matratzenlager. Es wird weiter kassiert: 100 Euro im Monat kostet so ein Schlafplatz. Am Monatsende bleiben den Bettlern letztlich kaum 200 Euro – gerade genug, damit sie weitermachen.

E. Kühnelt

Caritas: Bettler-Gutschein in Trafiken

Viele Menschen stehen bei bettelnden Menschen vor einem Problem: Wer bekommt das Geld letztendlich? Zusammen mit der Polizei arbeitet die Caritas nun an einem Projekt, das beiden Seiten helfen soll.


Leistung. Angedacht ist ein Gutschein, der in Trafiken zu kaufen sein wird. Diesen kann man statt Bargeld weitergeben. Bei der Caritas können sie dann gegen erweiterte Sachleistungen und Beratungen eingetauscht werden.
Davon profitieren nur die Bettler, nicht aber etwaige mafiöse Strukturen dahinter. Derzeit hofft die Polizei auf eine Einführung der Marken 2015.

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