Dorotheum

Coup

Dorotheum: Jagd auf Nashorn-Räuber

Irrer Coup im Dorotheum - der Täter wurde bei der Flucht "gefilmt".

„Mit so was rechnet doch keiner“, sind die Mitarbeiter des Dorotheums in der Wiener City noch immer baff, was ihnen am Montag widerfahren ist: Wie ÖSTERREICH berichtete , ließ sich ein Afrikaner einige Stunden vor der Auktion Historische wissenschaftliche Instrumente und ­Globen ein 89 Zentimeter großes Rhinozeroshorn aus dem Sudan zeigen. Das Exponat war auf 35.000 Euro geschätzt, hätte aber mindestens das Doppelte eingebracht.

Sprint
Obwohl der dunkelhäutige Jüngling mitnichten aussah wie jemand, der am Abend so viel Geld hinblättern würde, händigte man ihm im Maria-Theresien-Saal das Nashornhorn aus. Das Präparat kaum in Händen, zeigte der schlanke Mann seine wahre Absicht – und sprintete mit der Beute die Treppen hinunter, raus auf die ­Dorotheergasse in Richtung Graben und tauchte unter.

Sein Komplize, dem Aussehen nach eher ein Nordafrikaner, hatte bei dem Nashorn-Coup weniger Glück. Obschon er (wie man später auf den Bildern der Überwachungskamera sehen sollte) ebenfalls nicht unbedingt wie ein potenzieller Kunde des renommierten Auktionshauses wirkte, durfte auch er sich ein besonders wertvolles und teures Stück von der Nähe ansehen – nämlich die Trophäe eines Spitzmaul-Rhinozeros mit doppeltem Horn. Schätzpreis: 40.000 Euro.

Potenzmittel
Im letzten Moment konnte ein Mitarbeiter des Dorotheums dem Täter die Beute aus der Hand reißen – sodass der Nashorn-Räuber mit leeren Händen das Weite suchen musste. Was ihm auch gelang. Die Polizei hofft unter 01/31310/33800 (Gruppe Urbanz) auf Hinweise.

Experten sind sich sicher, dass der Coup ein Auftragsdiebstahl aus China war. Als Pulver gerieben, gelten Nashornhörner dort als Heil- und vor allem Potenzmittel. In ganz Europa haben Banden schon zugeschlagen. So entfernten Diebe im Naturhistorischen Museum von Göteborg mit einer Motorsäge ­einem ausgestopften Nashorn die Gesichtspracht.



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