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Lebenslang für Ungar

Ex auf Parkplatz mit Kopfschuss hingerichtet

Jenem Ungar, der die 34-jährige Jenny im Mai vergangenen Jahres getötet hat, wurde heute der Prozess gemacht.  "Ich hatte das Gefühl, dass ich das tun muss", gestand der Angeklagte. Die Geschworenen verurteilten ihn zu lebenslanger Haft, Urteil nicht rechtskräftig.

Salzburg. Der 33-jährige Krisztian P. soll seine Ex-Freundin auf einem Parkplatz in Maria Alm mit einem Kopfschuss hingerichtet haben. Laut Anklage sind die Schüsse auf einer Handy-Audioaufnahme zu hören. Der Beschuldigte wurde von einem Geschworenengericht in Salzburg zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Angeklagter Ungar (33) vor Gericht

Angeklagter Ungar (33) vor Gericht 

© VOGL-Perspektive

Pinzgau
© APA/FRANZ NEUMAYR

Konkret warf die Staatsanwaltschaft dem Ungarn vor, die aus Thüringen stammende Ex-Freundin in der Nacht auf den 3. Mai durch einen stirnseitig aufgesetzten Kopfschuss getötet zu haben. Er verwendete dazu einen Revolver, der laut Polizei behördlich registriert war. Ausgestellt wurde die Waffenbesitzkarte kurz zuvor.

Sowohl der Angeklagte als auch das Opfer hatten im Pinzgau gearbeitet und sich 2024 kennengelernt. Es entwickelte sich eine Beziehung, die im Herbst des Vorjahres aber wieder auseinanderging. Weil beide noch Gegenstände des anderen hatten, vereinbarten sie Anfang Mai 2025 das Treffen in Maria Alm, zu dem beide mit Autos kamen. Die Deutsche hatte eine Freundin mitgenommen, die allerdings im Wagen sitzen blieb.

Ex drohte Opfer: "Mache dein Leben zur Hölle"

Bei dem Treffen ließ die 34-Jährige die Diktierfunktion ihres Handys in der Tasche mitlaufen. Offensichtlich wollte die 34-Jährige mögliche Drohungen aufzeichnen. Der Ungar habe schon vorher gesagt, ihr das Leben „zur Hölle zu machen“. Sie hatte ihn bereits auch angezeigt, ein Kontaktverbot war von der Polizei aber nicht verhängt worden. So konnten Ermittler jedenfalls via Audioaufzeichnung hören, wie sich das Ex-Paar verabschiedete. Dann forderte der Ungar die Frau noch auf, kurz zu warten. Der tödliche Schuss fiel, aus nächster Nähe, ins Gesicht.

Anschließend floh er mit einem Auto, das er erst kurz vorher angemietet hatte. Er fuhr damit nach München und stieg dort in einen Zug Richtung Niederlande. Die Polizei konnte mit internationaler Hilfe die Spur des Mannes verfolgen, und fünf Tage nach dem Tötungsdelikt wurde der Ungar beim Verlassen eines Supermarkts in Utrecht festgenommen. Im August wurde er nach Österreich ausgeliefert.

"Hörte Stimmen" - Gutachten erklärte ihn für zurechnungsfähig

Bei seinen Einvernahmen behauptete der 33-Jährige, in seinem Kopf Stimmen zu hören, doch ein Gutachten erklärte ihn für zurechnungsfähig. "Ich weiß nicht mehr, was ich gesagt habe, ich weiß noch, dass ich abgedrückt habe. Das hätte nicht passieren dürfen. Ich bereue es", sagte der Ungar bei dem Prozess. "Mir kam plötzlich dieser Gedanke, dass ich das zu meinem Schutz tun muss", sodass weder seine Ex-Freundin noch andere Personen ihm etwas antun könnten, rang der Angeklagte um eine Erklärung. "Ich nahm die Waffe, ich hatte das Gefühl, dass ich das tun muss."

Angeklagt wurde der Ungar auch wegen Sachbeschädigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt. Er soll am 5. September 2025 in der Justizanstalt Wäschestücke auf einer Matratze angehäuft und angezündet haben. Beim Einsatz soll er sich dann gegen die Beamten gewehrt haben. Dieser Sachverhalt wurde am Donnerstag nicht verhandelt. Ein Urteil wird heute erwartet. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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