Lieferant 2 Jahre

Fendrich muss 37.500 Euro zahlen

Der Austropopper Rainhard Fendrich ist 2006 von einem Wiener Schöffensenat zu einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 37.500 Euro verurteilt worden.

Mit einer unbedingten Geldstrafe von 37.500 Euro (150 Tagessätze zu je 250 Euro) für Rainhard Fendrich ist kurz vor Weihnachten 2006 im Wiener Straflandesgericht der Suchtgift-Prozess gegen den 51-jährigen Sänger und Schauspieler zu Ende gegangen. Ein Schöffensenat erkannte ihn schuldig, seit 1989 Kokain für den Eigenbedarf erworben und konsumiert zu haben.

Er wurde auch wegen Weitergabe des Rauschgifts verurteilt - allerdings in weit geringeren Mengen als von der Anklage angenommen. Vor allem wurde Fendrich gänzlich vom Vorwurf freigesprochen, einem in die Insolvenz geschlitterten Wiener Schneider 20 bis 30 Mal Kokain überlassen zu haben. Das Gericht schenkte den dahin gehenden Angaben dieses Zeugen keinen Glauben. Das Urteil nach dem Suchtmittelgesetz ist bereits rechtskräftig.

Viel Glanz, wenig Substanz
Das Starverteidiger-Trio Peter Philipp, Manfred Ainedter und Wolfgang Mekis hat’s leicht. Denn schon nach den Einvernahmen der Angeklagten zeigt sich: Der Koks-Prozess des Jahres hat viel Glanz, aber wenig Substanz.

„Klein Fredi“ ist keine große Nummer im Giftgewerbe, sondern „seit 20 Jahren mit Fendrich befreundet“. Mit Drogenbriefchen biederte er sich beim Popstar und der Schickeria rundum an. Wirt Peter P. hat auch nicht gewerbsmäßig gedealt, sondern nur Gäste und Kumpane mit weißem Pulver bedient.

Und Fendrich selbst steht zu seiner Kokainsucht, aber kriminell weitergegeben hat er offenbar kaum was. Zumindest glaubt der Richtersenat dem Schneider Bruno Zehner (40), der den Barden massiv belastet („Er hat mir mehr Lines aufgelegt als ich ihm“) nicht. So vergehen vier Stunden, in denen zwei Zeugen nicht erscheinen und zwei andere sich der Aussage entschlagen, um sich nicht selbst zu belasten.

Zwischendurch kommt Stimmung auf. Etwa, als der Angeklagte Peter P. erklärt, er habe reifen Freunden nicht Kokain, sondern Viagra zugesteckt – und dies auch anschaulich demonstriert. Auch der Hauch echten Verbrechens weht durch den Saal, als Fendrich von telefonischen Morddrohungen berichtet.

2 Jahre für "Klein Fredi"
Das Ende der Show: 37.500 Euro Strafe für Fendrich, zwei Jahre unbedingt für „Klein Fredi“, neun Monate für „Puschi“ P. – davon nur drei Monate unbedingt. Rechtskräftig.

"Kokain kein Thema mehr"
"Es war klar, dass ich eine Strafe bekommen werde. Ich bin jetzt froh, dass ich es hinter mir habe", lächelte der Künstler nach dem Prozess. Fendrich wirkte erleichtert, beinahe heiter. Er habe mit einer Strafe gerechnet, zumal er ja seinen jahrelangen Kokain-Konsum umfassend gestanden habe. "Für mich beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt", kündigte der 51-Jährige an, "und Kokain ist in diesem leben kein Thema mehr."

Zu seinen Zukunftsplänen befragt, erwiderte Fendrich: "Ich habe morgen eine Weihnachtsfeier mit meinem Kindern. Am Freitag feiere ich mit meiner Lebensgefährtin in Berlin. Auf die abschließende Frage, auf was er sich am meisten freue, erwiderte der Entertainer mit größtmöglichem Charme: "Auf Ruhe!"

Dem Sänger wurde vorgeworfen, nicht nur seit 15 Jahren Kokain für den Eigenkonsum bezogen, sondern auch seit dem Jahr 2002 etwa 20 bis 30 Mal gemeinsam mit einem Wiener Promi-Schneider die Droge konsumiert zu haben. Dieses wertete die Staatsanwaltschaft als Weitergabe.



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