Führer spricht

Guide filmte Todessturz der Österreicher - mit deren Handy

Ein unfassbares Detail wurde jetzt bekannt: Ein örtlicher Führer filmte auf Bitten des Paares mit deren Handy die Augenblicke, als die Wiener Urlauber über die Cunca-Wulan-Brücke gingen - als ein "lautes Geräusch von knackendem Holz " den Tod brachte. Ermittlungen laufen. 

Wie berichtet, sind zwei österreichische Touristen auf der indonesischen Insel Flores nahe einem beliebten Wasserfall tödlich verunglückt. Das bestätigte ein Sprecher des Außenministeriums Montagmittag der APA. Bei den Getöteten handelt es sich demnach um einen 55-jährigen Mann und eine 57 Jahre alte Frau aus dem Großraum Wien. Jürgen und Astrid P. waren nach Behördenangaben von einer Hängebrücke, die durch den Dschungel zum Cunca-Wulang-Waterfall führt, 20 Meter in die Tiefe gestürzt.

Obwohl die örtliche Polizei mit strafrechtlichen Konsequenzen eindringlich davor gewarnt hat, unangemessene Fotos oder Videos der Opfer in sozialen Netzwerken zu verbreiten, ist genau das passiert. Vor allem ein Bild vom Augenblick, als sich die Österreicherin angeblich noch auf der Brücke befindet und den Halt unter sich verliert und mit entsetztem Blick in die Tiefe stürzt - was tausendfach geteilt wird - verstört extrem, dürfte aber KI generiert sein.

Indonesien
© facebook

Wie allerdings regionale Medien berichten, stürzte das Ehepaar (mehrfache Großeltern), während ein 30-jähriger örtlicher Guide sie mit deren Handy filmte, in den Tod. Die Tragödie im Tourismusgebiet Cunca Wulang hatte kurz nach 9 Uhr ihren Lauf genommen. Vor Ort gebracht wurden der kaufmännische Gruppenleiter und Lehrlingsbeauftragte einer großen Baufirma und seine Ehefrau, Dozentin für Erwachsenenbildung sowie Lebens-und Sozialberaterin, von einem angemieteten persönlichen Chauffeur (45). Zum Wasserfall begleitet bzw. gebracht wurden die beiden von einem örtlich erfahrenen Führer. 

"Ich sah die beiden im freien Fall"

An einer hölzernen Hängebrücke angekommen, die sich hoch über einem felsigen Fluss erstreckt, wollen die Österreicher, dass ihr besonderer gemeinsamer Moment in einem kurzen Video festgehalten wird, weshalb sie dem Guide ein Smartphone übergaben und ihn baten, sie aufzunehmen. "Sie gingen Hand in Hand mit einem warmen Lächeln auf mich zu", schildert der Handy-Filmer. "Plötzlich war da ein lautes Geräusch von knackendem Holz wie von Ästen eines riesigen Baumes, der umstürzt. Ich sah beide im freien Fall auf die Flussfelsen am Grund der Schlucht stürzen."

Die Polizei prüft derzeit "ernsthaft" die Ursache des tödlichen Unfalls. Das Bhayangkara Corps versichert, dass es die Strafverfolgungsbehörden transparent durchführen wird und dabei auch potenzielle Fahrlässigkeit der verantwortlichen Organisatoren des Tourismusziels ins Auge fassen. Auf schriftliche Empfehlung wurde der Cunca Wulang-Wasserfall seit dem Wochenende offiziell für vorübergehend bis zum Abschluss der Ermittlungen für vollständig geschlossen erklärt.

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