Hellas-Express: 19 Schlepper verurteilt

Teilbedingte Haftstrafen

Hellas-Express: 19 Schlepper verurteilt

Sie waren als Touristen getarnt - Sie wurden als Statisten bezahlt.  

Es war am Dienstag einer der größten Schlepper-Prozesse, die je am Landesgericht in Eisenstadt verhandelt wurden. Vor dem Kadi und umringt von einem Dutzend Sicherheitsleuten standen 22 griechische Statisten, die für die mieseste Rolle ihres Lebens zur Verantwortung gezogen wurden.

Wie ÖSTERREICH berichtete, wurde im August in Wien ein Bus gestoppt, der im Burgenland über die Grenze nach Österreich gekommen war. Nur auf den ersten Blick schien es ein ganz normaler Touristen-Reisebus zu sein; doch dann fanden die Ermittler in Hohlräumen 22 Flüchtlinge (aus dem Mittleren Osten), die in Hohlräumen eingepfercht waren.

Erklärungsversuche
Das Gemeine daran: Die Mitfahrer waren nur als harmlose Touristen getarnt; die meisten von ihnen – auch das zeigte jetzt der Prozess in Eisenstadt – wussten genau, welches traurige Schicksal sich unter ihren Füßen abspielte.

Die Verantwortung versuchten die Angeklagten unterschiedlich zu erklären: Die einen verdienten sich mit den 100 Euro, die sie pro Fahrt nach Wien bekamen (während die Illegalen Tausende Euro berappen mussten), ihren kargen Lebensunterhalt oder das Studium. Die anderen gaben frech an: „Wir wollten Wien sehen, und das war wirklich ein günstiges Angebot.“

Angerechnet. Richterin Andrea Rosensteiner reagierte konsequent: Sie verurteilte 19 Griechen zu teilbedingten Haftstrafen von neun bis 24 Monaten; sodass einige von denen, die seit dem Sommer gesessen waren, nach Anrechnung ihrer Zeit in U-Haft nach Hause fahren durften. Alle Urteile sind rechtskräftig. Gegen drei Angeklagte wird das Verfahren gesondert fortgesetzt.

In zwei Jahren wurden von der Polizei zwei Reisebusse der Marke Hellas-Illegalen-Express gestoppt. Insider meinen: Es sind noch weitere on the road.

OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten