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Hunderte Touristen mit Coronavirus infiziert

Ischgl, Tirols Hochrisiko-Zone: Was wurde vertuscht?

Hunderte Touristen haben sich in Tirol infiziert. Die Kritik am Vorgehen der Behörden wird lauter.

Ist der Skiort Ischgl die heimliche Coronavirus-Drehscheibe Europas? In Tirol dürften sich beim Skiurlaub Hunderte Urlauber mit dem Coronavirus angesteckt haben, ein guter Teil von ihnen wohl in Ischgl mit dem Hotspot der Bar "Kitzloch". Für Dänemark und Norwegen ist Österreich Haupt-Quellland, zusammen mit Schweden gibt es über 1.000 solcher Fälle.  Auch 200 Personen aus Aalen in Baden-Württemberg haben sich wohl in Ischgl infiziert. 
 
© APA/JAKOB GRUBER
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Wurde zu spät reagiert?

Die Kritik am Vorgehen der Behörden in Tirol wird nun lauter. Wurden die Fälle bewusst vertuscht, um dem Tourismus nicht zu schaden? Bereits am 5. März hatte Island Tirol zum Risiko-Gebiet erklärt und alle Reisenden, die ab 29. Februar heimkamen, unter Quarantäne gestellt. Zuvor wurde das Coronavirus bei einer Reisegruppe festgestellt. Tirol erklärte damals, dass eine Ansteckung in Ischgl unwahrscheinlich sei.
 
Drei Tage später wurde bekannt, dass der Test eines Barkeepers im "Kitzloch" - ein 36-jähriger Deutscher mit norwegischem Namen - positiv ausfiel. Die Behörden überprüften den Fall, schlossen das Après-Ski-Lokal aber erst weitere zwei Tage später. Am 12. März wurde dann verkündet, dass das Skigebiet Ischgl vorzeitig geschlossen wird. Nur einen Tag später wurde das gesamte Paznauntal zum Sperrgebiet erklärt. 
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Tirol weist Kritik zurück

Tirol weist dennoch Kritik an späten Maßnahmen zurück: Man habe sofort nach Vorliegen gesicherter Daten reagiert. Kritik kommt unter anderem auch von FPÖ-Landesparteichef Markus Abwerzger. Seiner Meinung nach hätte man "mindestens eine Woche früher reagieren" müssen.
 
Die dänischen und norwegischen Gesundheitsbehörden sehen Österreich als Haupt-Quellland. In Dänemark haben sich mit Stand Freitag 265 der 785 Erkrankten hiezulande angesteckt. Norwegen wies am Samstag 459 (von 907 Gesamtfällen im ganzen Land) erkrankte Österreich-Urlauber aus. In Dänemark erklärt man späte Testungen von Heimkehrern auch damit, dass am Rückreisetag (das war Samstag, der 8. März) Ischgl und andere Skiorte noch nicht als Hochrisiko-Gebiete deklariert waren. In Schweden brachten (mit Stand Freitag) 18 Prozent der Infizierten - 137 von 775 - laut Gesundheitsbehörde die Erkrankung aus Österreich mit.
 
Da auch Deutsche gerne in Tirol Winterurlaub machen, gibt es z. B. in Hamburg ebenfalls einen Cluster infizierter Heimkehrer. Wie von der Hansestadt angeregt, hat das Robert-Koch-Institut mittlerweile auch das Land Tirol (neben der spanischen Hauptstadt Madrid) zum Risikogebiet erklärt.
 
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