Drogendealer sollen lebenslang hinter Gittern

Mammut-Prozess: 20 Afrikaner vor Gericht

Drogendealer sollen lebenslang hinter Gittern

Einer der größten Drogenprozesse aller Zeiten ist gestartet.

Dieser Prozess sprengt in jeglicher Beziehung alle Dimensionen: Im Landesgericht Klagenfurt musste eigens der Schwurgerichtssaal umgebaut werden, damit gegen alle Angeklagten verhandelt werden konnte. Seit Dienstag wird 20 Schwarzafrikanern der Prozess gemacht, die über Jahre die Rauschgiftszene in Kärnten mit Kokain und Heroin überschwemmt haben sollen. Noch ein Superlativ: Drei der angeklagten Dealer droht sogar lebenslange Haft. Die Geschworenen müssen sich auf ein Mammutverfahren einstellen, frühestens im Jänner wird mit einem Urteil gerechnet.

18 der Angeklagten stammen aus Nigeria, sie kamen als Flüchtlinge nach Österreich. Wie in anderen Großstädten des Landes teilten sie auch in Klagenfurt das Drogenmilieu unter sich auf. Die Schwarzafrikaner bestimmten das Bild an den Drogen-Hotspots.

Drogenverkäufer in Italien anheuert

Wegen der Corona-Pandemie versuchten mehrere Verteidiger, das Verfahren vertagen zu lassen. Die Ansteckungsgefahr sei zu groß. Doch die Justizentwickelte ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept, gab grünes Licht für den Mammutprozess.

Hauptangeklagte sind drei mutmaßliche Drogenbosse, Mitangeklagte 17 ihrer Drogenverteiler und -verkäufer. Unglaublich: Die Nigerianer sollen eigens in Italien rekrutiert worden sein, um mit dem Rauschgift in Kärnten dealen. Die Staatsanwaltschaft spricht in ihrer Anklage von einem „unternehmensähnlichen Verteilernetzwerk“.

Herwig Hasslacher vertritt den Hauptbeschuldigten, bezweifelt jedoch die Führungsrolle des 32-Jährigen: „Er hätte nicht einmal den Intellekt dazu.“ Es gilt die Unschuldsvermutung.

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