Leotrim Zhegrova

Mutiger Zeuge

ER stoppte Serien-Vergewaltiger

Ein mutiger Autofahrer lieferte den entscheidenden Hinweis zur Ausforschung des Serien-Vergewaltigers von Klagenfurt.

Ktn. Es war eine Sommernacht 2018, als der Kellner und Fußballer Leotrim Zhegrova mit seinem Auto nahe der Groß-Disco Bollwerk am Südring fuhr: „Da bemerkte ich einen Afrikaner, der hinter einem Mädchen ging und sein Gesicht versteckte, sobald ich vorbeifuhr.“ Die junge Frau telefonierte, der Verfolger kam immer näher. „Ich hab umgedreht und fuhr noch einmal vorbei, dann drehte ich noch mal um und plötzlich waren beide weg. Ich dachte noch, das gibt’s doch nicht, da sind weder Häuser noch Industriegebiet, wo sind die hin?“

Der gebürtige Albaner blieb stehen und hörte aus dem Feld panische Schreie einer Frau. „Ich bin wieder ins Auto und hab mit dem Licht die Gegend ausgeleuchtet, gehupt und gehupt und den Mann angeschrien.“ Details von dem Übergriff seien an dieser Stelle ausgespart. „Die Frau konnte zu mir herlaufen. Ich hab sie ins Auto gesetzt, es abgesperrt, währenddessen kam der Typ an mir vorbeigelaufen. Er ist kurz stehen geblieben und ich konnte ihn lange genug anschauen, dass ich mir sein Gesicht gemerkt habe. Ich wusste in dem Augenblick nicht, was ich tun soll. Da ich aber schon die Polizei alarmiert habe, kümmerte ich mich um die Frau.“

Leider konnte der Verdächtige trotz Einsatzes von Hubschrauber und Hunden fliehen. Mit Angaben von Leotrim wurde allerdings ein Phantombild erstellt, mit dessen Hilfe der mutmaßliche Vergewaltiger ausgeforscht werden konnte.

13-köpfige Soko war hinter Täter her

„Wir haben alles Denkwürdige getan, um den Mann zu fassen“, betonen die Ermittler.

Nach vielen widersprüchlichen Meldungen geht die Kärntner Polizei in die Offensive. Laut Kripo-Chef Gottlieb Türk wurde nichts verheimlicht, sondern alles getan, um den Verdächtigen zu fassen: „Sobald 2017 klar war, dass wir eine Serie haben, bildeten wir ein 13-köpfiges Ermittlungsteam. Das ganze LKA, ein Profiler des Bundeskriminalamtes in Wien und auch das Bundesasylamt waren eingebunden.“ Mithilfe des Phantombildes nach Angaben des mutigen Zeugen Leotrim Zhegrova, das zunächst intern auf allen Posten Kärntens auflag und im November 2019 veröffentlicht wurde, erkannte eine Ex-Freundin den 29-jährigen John B. von den Komoren, der auch sie vergewaltigt haben soll. Türk: „Ihr Hinweis führte zum Verdächtigen, aber wir hatten auch selbst schon eine Liste von Verdächtigen und hätten von uns aus wenige Tage später bei dem Mann angeklopft.“ Angelastet werden John B. – untermauert durch aufwendige DNA-Beweise – acht versuchte und teils vollendete Vergewaltigungen in Klagenfurt-Lend, Fischl und am Südring. Für B. gilt die Unschuldsvermutung.

© LPD
Phantom2
× Phantom2

 
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten