Gab Hellseherin Auftrag für Mord?

72-Jährige getötet:

Gab Hellseherin Auftrag für Mord?

Schon seit Jahren dürfte der Hell- und Schwarzseherkreis umtriebig gewesen sein. Jetzt musste ein Opfer sterben.

Kärnten. Warum die drei Frauen das Haus eines Bewohners von Wernberg (der ganz in der Nähe der beschuldigten Auftraggeberin lebt) anzündeten, ist noch nicht ganz klar. Fest steht, dass die ertappte Zündlerin – eine 43-jährige Ungarin – dann mehr beichtete, als die Ermittler erwartet hätten. Unter anderem den Mord an der 72-jährigen Gertraud P. im ­Oktober in Villach. Zu dem ­hätte sie die Sekten-Chefin, die Masseurin und Hellseherin Margit T. (47), angestachelt. ­Motiv: eine einst versprochene Erbschaft. Doch dann änderte P. das Testament und forderte von der Energetikerin sogar 100.000 zurück – ihr Todesurteil.

Weltuntergangshexe ist zweifache Mutter

Neben den beiden bereits genannten verdächtigen Frauen gab es noch eine dritte im ­Bunde, eine 61-jährige aus ­Villach, die bis jetzt aber nur zugab, die Brandstifterin zum Tatort gefahren zu haben. Mit dem Mord will sie nichts zu tun haben. Das sagt übrigens auch die Hellseherin, eine zweifache Mutter, die aber von der Täterin umfassend als Anstifterin zu dem Mordkomplott beschuldigt wird. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Umtriebe der „Hexen von Wernberg“ liefen laut Polizei schon seit Jahren: Rund eine Million Euro soll sie von älteren Menschen ergaunert haben, indem sie den Weltuntergang oder eine Finanzkrise prophezeite.

Garniert waren die Endzeit-Storys stets mit persönlichen Leiden wie Krebserkrankungen, die bei der Behandlungen Unsummen verschlingen würden, die man nicht habe. Nicht sehr zimperlich war man bei der Auswahl der Opfer. So erleichterte Margit T. ihre eigene Schwägerin um 400.000 Euro für angebliche horrende Arztkosten. In Wahrheit fuhr die damit auf Urlaub. Für diesen Betrug musste T. 2012 immerhin 33 Monate hinter Gitter. Ihr Verteidiger forderte Fußfessel: „Nur so könne die von allen geschätzte Energetikerin Geld verdienen.“



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