Zwangsprostituierte (15) hatte Behörden-Erlaubnis

Klagenfurt

Zwangsprostituierte (15) hatte Behörden-Erlaubnis

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Minderjährige erhielt mit gefälschtem Ausweis Genehmigung vom Magistrat.

Jene 15-jährige Rumänin, die in Klagenfurt zur Prostitution gezwungen und von der Polizei befreit worden war, hat eine behördliche Arbeitserlaubnis und einen sogenannten "Deckel" als Prostituierte gehabt, berichtet die "Kärntner Tageszeitung". "Das Mädchen hatte einen sehr gut gefälschten Ausweis", bestätigte Polizeisprecher Rainer Dionisio. Der Bordellbesitzer wusste angeblich nicht, dass der Ausweis gefälscht war.

Die junge Rumänin wurde laut seinen Angaben zum Magistrat geschickt, "wo ihr problemlos ein Gesundheitsbuch ausgestellt wurde. Auch bei der Polizei war sie." Von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt hieß es am Dienstag gegenüber der APA, es werde "Ermittlungen gegen alle in Betracht kommenden Verdächtigen geben" - also wohl auch gegen den Bordellbesitzer und nicht nur gegen Menschenhändler, welche die Rumänin nach Österreich gebracht hatten. Es sei etwa zu überprüfen, ob man von einem gefälschten Ausweis nichts wissen könne, sagte Staatsanwaltschaftssprecherin Gabriele Lutschounig.

Haftbefehle wurden laut der Staatsanwaltschaft bisher jedenfalls keine ausgestellt. Die Kriminalpolizei arbeite mit ihren rumänischen Kollegen zusammen. Umfangreiche Ermittlungen stünden an.

Amtsärztin ratlos
Für die Anmeldung zur ersten amtsärztlichen Untersuchung von Prostituierten ist laut Gesundheitsamt Klagenfurt ein gültiger Reisepass notwendig. "Bei einer Befragung werden Daten aufgenommen und auch die Nummer des Passes vermerkt", sagte die Leiterin des Amtsärztlichen Dienstes, Birgit Trattler. Dabei werde auch der Vorname kontrolliert, ein Schwindel mit einem Pass einer älteren Schwester sei daher unrealistisch.

"Ich habe keine Idee dazu", sagte Trattler auf die Frage, wie eine 15-Jährige zur Prostitution zugelassen werden könne. "Ich kann mir nicht erklären wie das passiert sein kann." Von der Polizei habe es noch keine Anfrage dazu beim Gesundheitsamt gegeben. "Bei Mädchen, die sehr jung ausschauen, kontrollieren wir nochmals." Nach der ersten Untersuchung erhält die Prostituierte ein Buch als Ausweis, in dem die weiteren wöchentlichen Untersuchungen vermerkt werden müssen.

"Der Polizei melden wir immer, wer bei der Untersuchung war", so Trattler. Grundsätzlich werde mit der Exekutive eng zusammengearbeitet. Im Februar-Schnitt waren in Klagenfurt 125 Frauen offiziell als Prostituierte tätig.

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