Matzleinsdorf

U2-Baustellenchaos: Haltestelle senkte sich ab

Wie oe24 erfuhr, hat sich die Haltestelle Matzleinsdorfer Platz im Zuge der U2-Bauarbeiten abgesenkt. Wiener Linien und ÖBB bestätigen den Vorfall.

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die U2/U5-Bauarbeiten für erhebliche Gebäudeschäden durch Bodenabsenkungen rund um die Station Pilgramgasse sorgten. Jetzt erfuhr oe24 von einem neuen Zwischenfall. 

Demnach senkte sich bei der U2-Verlängerung bis zum Matzleinsdorfer Platz die S-Bahn-Station um mehrere Zentimeter ab. ÖBB und Wiener Linien bestätigten den Vorfall gegenüber oe24. Gefahr bestand laut beiden Verkehrsbetrieben aber keine. Es handelte sich um eine "nicht sicherheitsrelevante Absenkung" während der Bauarbeiten.

Vorfall während Tunnelvortriebe 

Der Vorfall ereignete sich vor rund drei Jahren während der Tunnelvortriebe im Bereich Matzleinsdorfer Platz. Diese sind bereits seit Ende 2023 abgeschlossen. Öffentlich bekannt wurde die Absenkung allerdings nie - bis jetzt zumindest. 

Die Wiener Linien betonen zusätzlich, dass man sich im "dichtbebauten innerstädtischen Raum in bis zu 30 Metern Tiefe wie durch ein Gebirge unter der Erde" vorarbeite. Dass es im Tunnelbau dann auch zu Verschiebungen des Erdreichs komme, sei normal. 

Wiener Linien: Sicherheit zu jeder Zeit gewährleistet

Zudem habe man schon lange vor dem schweren Tiefbau Sicherheitsvorkehrungen getroffen. "So wurde u.a. das Tragwerk der ÖBB während der Arbeiten durch zusätzlich errichtete Stahlunterwerke abgesichert, zusätzlich sorgten sogenannte Vereisungsbohrungen, die teilweise im Vorfeld der Arbeiten durchgeführt wur­den, für Stabilität im Erdreich. Rohrschirme und umfangreiche Injektionsmaßnahmen kamen ebenfalls zum Einsatz", so die Wiener Linien. 

Während des gesamten Vortriebs werde zudem ein permanentes Monitoring durchgeführt. Der ÖBB-Betrieb sei zu jeder Zeit uneingeschränkt möglich gewesen und die Sicherheit sei zu jedem Zeitpunkt gewährleistet gewesen. 

Planen ÖBB Schadenersatzklage?

Laut oe24-Informationen soll es innerhalb der ÖBB auch Überlegungen für eine empfindliche Schadenersatzklage gegen die Wiener Linien geben. Beide Unternehmen wollten das aber nicht kommentieren. Man stehe "im engen Austausch", heißt es unisono. 

Die Matzleinsdorfer Platz U2-Station soll ab 2030 in Betrieb gehen. Öffi-Nutzer können dort dann etwa auf die S-Bahn umsteigen.

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