Pleite-Verleger entführt?

"KTZ"-Krimi wird dramatisch

Pleite-Verleger entführt?

Der beste Freund des Verlegers, Josef Jury, befürchtet jetzt das Schlimmste.

Nächstes Kapital in der Geschichte des vermissten Pleite-Verlegers Dietmar Wassermann: Jetzt herrscht Entführungsalarm rund um den spurlos verschwundenen Eigentümer der Kärntner Tageszeitung, „Der ist sicher gekidnappt worden“, vermutet einer seiner besten Freunde und Bürgermeister von Wassermanns Heimatstadt Gmünd (Bezirk Spittal), Josef Jury. Wie berichtet, steht Wassermann im Verdacht, mit Komplizen den deutschen Fiskus um rund 3,6 Millionen Euro betrogen zu haben – es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Gerüchteküche brodelt in Kärnten
Deutschland verlangte seine Auslieferung. Doch seit er sich vor einem Monat in München zum Antritt einer Untersuchungshaft stellen hätte sollen, fehlt von Wassermann jedes Lebenszeichen. Seither kocht die Gerüchteküche, Wassermann, der im Dezember geheiratet hat, soll bald danach den Namen seiner Frau, Gröh, angenommen haben, heißt es. Er habe sich in die Türkei abgesetzt, vermuten viele. Jetzt glaubt Bürgermeister Jury gar an eine Entführung. Gründe dafür gäbe es. „Ich stelle mich der Justiz, weil ich unschuldig bin, und werde auch dort alles erzählen“, hatte Wassermann dem Bürgermeister und ÖSTERREICH in einem seiner letzten Interviews angekündigt. Die Justiz vermutete sogar, Wassermann habe einer kriminelle Organisation angehört – es gilt die Unschuldsvermutung. Er wollte auspacken. Wurde ihm das zum Verhängnis?

Bester Freund im ÖSTERREICH-Gespräch: "Viele haben ein Interesse daran, dass er verschwindet"

ÖSTERREICH: Herr Bürgermeister, warum glauben Sie, dass Wassermann entführt wurde?
Josef Jury: Ich kenne ihn als graden Michl, der lässt nicht Frau und Kinder im Stich und haut ab. Da steckt mehr dahinter. Abhauen? Den Braten fresse ich nicht.

ÖSTERREICH: Viele vermuten, er sei in der Türkei?
Jury: Er wurde entführt, da gibt es eine Menge Leute, die Interesse daran haben, dass er verschwindet. Er wollte in München unbedingt seine Unschuld beweisen und hätte wohl auspacken müssen, um freizukommen.

M. Wrussnig



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