1 Jahr vermisst

Kühltruhen-Killer: Einer hat ausgepackt

Der enge Freund und Arbeitskollege führte die Polizei zu den Leichen von Mutter und Tochter in den Kühltruhen.

Der grausame Doppelmord an einer syrischen Mutter und ihrer Tochter (34) schockiert ganz Österreich. Vor allem die Tatsache, dass die beiden Leichen über ein Jahr lang in Kühltruhen in einer Innsbrucker Wohnung lagen und nicht entdeckt wurden.

Die beiden Syrerinnen galten nämlich schon seit dem 21. Juli 2024 als vermisst. Seit einem Telefonat mit einer Tante, fehlte von der 34-Jährigen und ihrer zehnjährigen Tochter jeder Spur. Nur Nachrichten, die nicht in ihrer Muttersprache Arabisch verfasst wurden, wurden von ihrem Telefon danach verschickt. Wie beispielsweise ein Kündigungsschreiben an ihren Arbeitgeber.

Der Todeszeitpunkt dürfte bereits vor mehr als vor einem Jahr gewesen sein. Monatelang soll einer der Brüder (53) mit den Leichen, die in den Kühltruhen in einer Ecke eines Zimmers hinter einer Rigipswand versteckt waren, zusammengelebt haben. 

55-Jähriger lieferte die Informationen

Im Juni dieses Jahres klickten für das Brüderpaar, der 55-Jährige stand der toten Syrerin sehr nahe, schließlich die Handschellen, die Hinweise auf ein Verbrechen hatten sich zugespitzt. Doch trotz der Festnahmen und Hausdurchsuchungen in beiden Wohnungen der Tatverdächtigen im Juni konnten die Vermissten nicht gefunden werden. 

Das Versteck der beiden Kühltruhen war den Beamten dabei "nicht aufgefallen", so die Staatsanwaltschaftssprecherin Julia Klingenschmid . Dies habe daran gelegen, dass diese komplett von eigens aufgezogenen Rigipswänden umschlossen gewesen seien. "Das war alles schön verputzt und geweißelt", beschrieb Klingenschmid den späteren Fundort.

Die Rigipswände hätten vom Boden bis zur Decke gereicht und den Eindruck eines "normalen" Ecks vermittelt. In vielen Wohnungen gebe es nicht-quadratische Räume. Auch sei von außen nicht ersichtlich gewesen, dass in diese Wand eine Stromleitung zur Versorgung der beiden Tiefkühltruhen gelegt worden war. 

Vier Monate später, also im November, gelang endlich der Durchbruch in dem Fall. Laut dem Ersten Staatsanwalt Hansjörg Mayr hätten schließlich die Aussagen des 55-Jährigen über die Toten und Kühltruhen zur Entdeckung der Leichen in der Wohnung seines Bruder geführt. Daraufhin konnte die Beamten Mutter und Tochter letzten Freitag endlich finden. 

Der Beschuldigte allerdings sprach nur von einem Unfall. Die Todesursache ist bisher unklar, auch aufgrund des Verwesungszustandes der Leichen. Denn seit August wurde die Stromzufuhr zu den Kühltruhen abgeschaltet.

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