Innsbruck

Mord an 87-Jähriger: 2 Verdächtige in Haft

Der brutale Mord an der Innsbruckerin ist offenbar geklärt.

Im Mordfall einer 87-jährigen Innsbruckerin , deren Leiche vergangenen Montag in einem Bett in einem Mehrparteienhaus in Hötting gefunden worden war, haben die Tiroler Kriminalisten ein verdächtiges Pärchen aus Rumänien festgenommen.

Demnach ist die Frau einem "schweren Sexual- und Tötungsdelikt zum Opfer gefallen", berichtete der Tiroler Landespolizeikommandant Helmut Tomac bei einer Pressekonferenz am Freitag. Während sich der 25-jährige Beschuldigte geständig zeige, bestreite seine 22-jährige Freundin jeglichen Zusammenhang mit der Tat.

"Es handelt sich um einen sehr dilettantisch ausgeführten Einbruch", schilderte der Leiter des Landeskriminalamtes, Walter Pupp. Zuerst habe der Täter versucht, mit einem Schraubenzieher die schwere und abgesicherte Holztüre zu öffnen. Als dies nicht gelang, wollte er sie mit dem Fuß eintreten, was ebenso erfolglos blieb. Daraufhin holte er einen Absperrpfosten und schlug damit ein Fenster ein. Das Werkzeug ließ der Rumäne am Tatort zurück, erklärte Pupp.

Als der Täter im Zimmer auf die bettlägerige Frau traf und sie seinen Angaben nach um Hilfe zu schreien anfing, knebelte er sie. Daraufhin würgte er die 87-Jährige und missbrauchte sie bei diesem Vorgang, so der Kriminalist.

Am Tatort festgenommen
In der Nacht auf Freitag gingen die seit rund einem Monat sich in Österreich aufhaltenden Rumänen den Beamten schließlich ins Netz. Sie hatten sich dem Tatobjekt erneut genähert, sagte Pupp. Bereits zuvor dürften die Verdächtigen in der Nacht auf Mittwoch versucht haben, in das Mehrparteienhaus einzubrechen, weshalb die Exekutive es von Cobra-Beamten überwachen ließ. Der Landeskriminalamtschef ging davon aus, dass das Pärchen einen Tipp erhalten habe, dass es sich bei den Bewohnern um ältere Personen handle und diese Geld hätten. Sie waren auf der Suche nach Geld und Wertgegenständen, weshalb sie nach der Tat noch zweimal eindringen wollten.

In der Nacht auf Montag hatte gegen 2.30 Uhr der 90-jährige Bruder der Getöteten den Sprengelarzt verständigt, dass seine Schwester keine Lebenszeichen mehr von sich gebe. Der Mann, der im gleichen Haus wie die 87-Jährige wohnte, hatte in der Nacht regelmäßig nach seiner schwer kranken Angehörigen geschaut. Der alarmierte Mediziner stellte schließlich ihren Tod fest. Zunächst deutete nichts auf ein Gewaltverbrechen hin. Man ging davon aus, dass die Frau bei einem Einbruch getötet worden sein könnte. Erst bei der Leichenbeschau seien Spuren festgestellt worden, die auf Fremdverschulden hindeuteten, hatte Pupp zu Wochenbeginn gesagt.

Im Laufe des Montagvormittags hatte der 90-Jährige bei der Leichenbeschau von einem eingeschlagenen Fenster erzählt, worauf die Polizei alarmiert wurde. Am Hals der Toten wurden zudem Spuren von Gewalteinwirkung festgestellt. Eine Obduktion am Dienstag ergab, dass die 87-Jährige in ihrem Bett erwürgt worden war.
 

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