Die 27-Jährige hofft weiter darauf ihre beiden Söhne bald wieder sehen zu können.
Es ist ein schicksalhafter Tag für die 27-jährige Syrerin, die ihr Leben in Wien sehr zu schätzen weiß. Ihre beiden Söhne Mahmoud und Mahir im Alter von 7 und 8 Jahren wollten wie immer zur nahen Volksschule gehen, verabschiedeten sich noch von ihrer geliebten Mutter bei der Wohnungstüre. Doch nur Minuten später sollte sich ihr gesamtes Leben verändern.
Denn auf dem kurzen Schulweg wurden die fröhlichen Jungs von ihrem eigenen Vater (36) und einem Komplizen in einen blauen Lexus gezerrt. Die Buben wehrten sich heftig, hatten aber keine Chance zu entkommen. "Ich hörte die Schreie meines Sohnes bis in unsere Wohnung", erzählt die Mutter gegenüber oe24. Sie wusste sofort, dass etwas nicht stimmte, deshalb sei sie hinaus auf die Straße gelaufen. "Da hörte noch ein Auto, das Gas gab und davonfuhr."
Obwohl sie eine böse Vorahnung hatte, eilte die 27-Jährige noch zur nahen Volksschule, um nachzusehen, ob ihre Söhne nicht doch dort angekommen waren. "Sie waren nicht da. Ich wusste, dass er sie mitgenommen hatte", so die Syrerin. Gemeint ist ihr Ex-Mann Mohammad Ahmad A., von dem sie bereits seit vier Jahren getrennt ist. Zuletzt hatte sie den 36-Jährigen im Oktober 2025 vor Gericht gesehen, es ging um die Erweiterung seines Besuchsrechts. "Da dachte ich mir schon, dass er etwas aushecken könnte."
"Wir hatten so ein glückliches Leben hier"
Seit dem dramatischen Vorfall am 25. Februar gegen 7.45 Uhr im Stuwerviertel in der Wiener Leopoldstadt fehlt von den beiden Buben jede Spur. Ein großer Schock für ihre Mutter, die Familie, aber auch für die Schulkollegen und Freunde der Kinder. "Bis zu diesem Tag hatten wir ein glückliches Leben und viele Freunde", schildert die junge Frau. Ihr Ex-Mann hatte Mahmoud und Mahir aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen, ihnen alles genommen, was sie bisher kannten. Zurück ließ der Syrer nur die 5-jährige Schwester der Buben - sie wurde zum Teil unter Polizeischutz gestellt (zum Kindergarten und zurückbegleitet).
Auch den Kontakt der Kinder zu der eigenen Mutter, welche in Österreich die alleinige Obsorgeberechtigte ist, verwehrt er bisher. Nur einmal hatte sich der 36-jährige Syrer noch bei dem arabischen Influencer "Nimer Nimer" via Social Media gemeldet. "Ich habe die Kinder mitgenommen, da ich vier Jahre von ihnen getrennt wurde. Die Zusammenführung seiner Familie in Österreich hätte er organisiert. "Dann habe ich meine Kinder hier verloren. Ich bin in Richtung Syrien unterwegs", heißt es in der auf arabisch verfassten Nachricht, die oe24 vorliegt.
Als der Influencer fragt, ob die Buben mit ihrer Mutter sprechen könnten, bricht Mohammad Ahmad A. die Kommunikation komplett ab. Mittlerweile wird A. via EU-Haftbefehl gesucht. Wo er sich genau aufhält, ist unklar.
"Manchmal denke ich, dass er sich irgendwo in Wien versteckt, manchmal, dass die Kinder bereits in Syrien sind", erklärt die 27-Jährige weiter. "Ich wünsche mir nur eines: Meine geliebten Kinder wieder in den Armen halten zu dürfen."
Und einen Appell an ihren Ex-Mann hat sie auch: "Meine Kinder brauchen mich, bring sie mir zurück", so die klaren Worte der Mutter.