Nächster Pfarrer gefeuert

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Neuer Fall in Salzburg - Schönborn beruhigt: "Kein Redeverbot."

Das Köpferollen in der Kirche geht weiter. Nach dem Fall des niederösterreichischen Pfarrers Peter Meidinger, der wegen seiner Zugehörigkeit zur „Ungehorsam“-Initiative von Helmut Schüller sein Amt als Dechant aufgeben musste, versuchte Kardinal Christoph Schönborn zu beruhigen. In einem Schreiben an alle Mitarbeiter hieß es: „In der Kirche gibt es kein Redeverbot.“ Das Vorgehen habe nichts mit Strafe zu tun.

Kaum hatte Schönborn das Schreiben verschickt, wurde aber bereits der nächste Aufregerfall bekannt: Josef Lehenauer aus der Pfarre Eugendorf (Salzburg) wurde bereits im September 2011 nicht mehr als Dechant verlängert. „Weil ich bei der Initiative bin, ist das Vertrauen in mich als Dechant geschmälert, hieß es vonseiten der Kirchenleitung“, so der Pfarrer gegenüber ÖSTERREICH.

Vor der Wiederwahl hätte es eine Intervention der Erzdiözese Salzburg gegeben. „Ich wurde zwei Stunden vor der Wahl angerufen. Der Wahlleiter musste bekannt geben, dass der Erzbischof meine Wiederwahl nicht akzeptieren wird.“ Der Sprecher der Erzdiözese sieht das anders: Die anderen Pfarrer hätten Lehenauer nicht mehr als Dechant gewollt.

Pfarrer will sich nicht einschüchtern lassen
Pfarrer Lehenauer will der Pfarrerinitiative jedenfalls nicht den Rücken kehren, er gibt sich kämpferisch: „Ich bekomme von den Leuten viel Zuspruch. Sie wollen, dass ich bei der Initiative bleibe.“ Die Kirche brauche Erneuerung, er lasse sich nicht einschüchtern.

Der Gründer der Pfarrerinitiative Helmut Schüller selbst spürt indes noch keinen Druck von oben. Er kritisiert, dass man dem Vorstand der Initiative ausweicht und stattdessen die Mitglieder angreift.

Bischof Küng sorgt sich um
Hardrock-Fans
Für Aufregung sorgt die Kirche derzeit auch auf einer anderen Front: Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng beschäftigt sich neuerdings mit Rockmusik: „Die Bild- und Tonsprache ist extrem und durchzogen von aggressiv-okkulten Bandnamen, Blut, Gewaltanspielungen und verstörenden Bildern“, sagt er über das Heavy-Metal-Event Extremefest, das vom 5. bis 7. Juli in St. Pölten stattfindet. Diese Mischung könne dem Menschen nicht guttun, er bete deshalb für die ­Death-Metal-Fans. „Was sagt es über die heutige Zeit aus, wenn es erstrebenswert sein kann, sich drei Tage lang an so etwas zu berauschen?“, fragt Küng. Beim Festival treten Bands wie „Cannibal Corpse“ oder „Suicide Silence“ auf.

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