Natascha KAMPUSCH

Cold Case

Kampusch: FBI- Spezialisten in Wien

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Fall hat 270.000 Seiten - FBI bis morgen in Wien.

Sie sitzen abgeschottet in einem geheimen und gesicherten Raum im Innenministerium. Vor den beiden FBI-Agenten türmen sich die 270.000 Seiten (sie wurden zum größten Teil bereits ins Englische übersetzt) des Natascha-Kampusch-Aktes. Ziel der Aktion: Alle Rätsel im Fall Kampusch zu lösen.

Fall Kampusch spaltet das Land

„Ich kann die ewigen Artikel und Fernsehberichte über den Fall Kampusch nicht mehr ertragen. Jedes Mal denke ich mir: Wie geht Natascha Kampusch damit um, dass sie immer wieder mit denselben Fragen konfrontiert wird? Man sollte diese junge Frau, die derart viel erleiden musste, endlich in Ruhe lassen. Der Täter ist vor dem göttlichen Gericht gestanden und nach seiner Buße wird er seinen Frieden gefunden haben.“

„Wenn sämtliche Hypothesen im Fall Kampusch einen wahren Kern hätten, dann wäre Natascha Kampusch sicherlich daran interessiert, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Der Fall wurde umfassend von der Justiz und der Polizei geprüft. Es gibt nichts mehr zu ermitteln und man sollte endlich den 
Deckel über diesem Fall 
zumachen.“

„Ich bin der Meinung, dass man Natascha Kampusch endlich in Ruhe lassen sollte. Durch die neuen Verschwörungstheorien verlängert man nur ihr Leid. Ich gehe davon aus, dass von der Polizei das Bestmögliche unternommen wurde, um die Wahrheit zu finden. Ich plädiere dafür, dass Natascha Kampusch endlich das Recht und die Möglichkeit bekommt, in ein normales Leben zurückzukehren. Sie war acht Jahre in Gefangenschaft, aber ihre Opferrolle ist noch immer nicht zu Ende, weil der Fall noch immer nicht geschlossen ist.“

„Wichtig wäre eine emotionsfreie Debatte, die sachlich erfolgt und mit kühlem Verstand – das ist aber nicht möglich. Alles muss auf den Tisch und der Fall muss neu aufgerollt werden. Aber es braucht ausländische Experten für die Aufklärung. Natascha macht sehr viel mit. Wenn sie in die Öffentlichkeit geht, heizt sie den Fall aber wieder neu an.“

„Die Debatte wird in Österreich mittlerweile so emotional geführt, dass es besser wäre, wenn ausländische Experten den Fall Kampusch objektiv betrachten würden. Diese Lösung würde zu einer Beruhigung der Situation beitragen. Ich bezweifle, ob es günstig ist, dass Natascha jetzt ein TV-Interview gegeben hat.“

„Es ist für viele Menschen unvorstellbar, dass es außer der öffentlichen Wahrheit noch eine andere Wahrheit geben kann.“

„Natascha ist ein armes Mädchen, aber der Fall ist noch nicht gelöst.“

Gestern in der Früh sind die beiden Spezialisten in Wien angekommen. Die FBI-Agenten wurden nicht von der Zentrale in Washington entsandt, sondern kommen aus dem FBI-Technologiezentrum in Quantico (Virginia). Gemeinsam mit zwei Experten des Bundeskriminalamtes Wiesbaden und Kripo-Beamten aus Österreich prüfen sie, ob es in der Causa Kampusch Ermittlungsfehler gab.

FBI bleibt bis Mittwoch
Die wichtigste Frage im Kampusch-Fall: Hatte Nataschas Entführer möglicherweise doch einen Komplizen? Außerdem wird das Vorgehen der österreichischen Behörden im Fall Kampusch nochmals analysiert. Gab es wirklich eine Einflussnahme „von außen“ bei den Beamten? Zusätzlich erfolgt eine Gegenüberstellung: Wie wäre das FBI oder das BKA Wiesbaden in diesem Fall vorgegangen? Bis Mittwoch werden die FBI-Agenten, die auf Cold-Case-Fälle spezialisiert sind, offene Fragen im Fall Kampusch noch mit den Kripo-Beamten diskutieren.

Bericht Ende 2012. Die FBI-Spezialisten und auch die deutschen Kriminalisten sind in den Fall Kampusch bestens eingearbeitet. Seit Mitte Juli läuft die „Aktion“ bereits. In Wien wurde ein siebenköpfiger Lenkungsausschuss (u. a. mit dem Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Herbert Anderl, und Sektionschef Christian Pilnacek vom Justizressort) installiert, der Aufträge an das operative Team vergab. Bis Ende 2012 soll der Endbericht vorliegen.

ÖSTERREICH: Herr Kröll, nun überprüfen FBI-Agenten den Fall Kampusch. Was erhoffen Sie sich?
Karl Kröll:
Wenn dem FBI nicht die richtigen Unterlagen vorgelegt werden, dann ist es ­eine Augenauswischerei. Der Akt hat fast 300.000 Seiten, da kann man leicht wichtige Seiten unterschlagen.

ÖSTERREICH: Warum sind Sie so skeptisch?
Kröll:
Ich wollte dem Bundeskriminalamt die Unterlagen meines Bruders zur Verfügung stellen, seit 14 Tagen warte ich auf den Rückruf. Und ich frage mich, was Justiz-Sektionschef Christian Pilnacek im Lenkungsausschuss macht. Er meinte noch vor Kurzem: „Alles ist untersucht.“

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„Ich kann die ewigen Artikel und Fernsehberichte über den Fall Kampusch nicht mehr ertragen. Jedes Mal denke ich mir: Wie geht Natascha Kampusch damit um, dass sie immer wieder mit denselben Fragen konfrontiert wird? Man sollte diese junge Frau, die derart viel erleiden musste, endlich in Ruhe lassen. Der Täter ist vor dem göttlichen Gericht gestanden und nach seiner Buße wird er seinen Frieden gefunden haben.“

„Wenn sämtliche Hypothesen im Fall Kampusch einen wahren Kern hätten, dann wäre Natascha Kampusch sicherlich daran interessiert, dass die Wahrheit ans Licht kommt. Der Fall wurde umfassend von der Justiz und der Polizei geprüft. Es gibt nichts mehr zu ermitteln und man sollte endlich den 
Deckel über diesem Fall 
zumachen.“

„Ich bin der Meinung, dass man Natascha Kampusch endlich in Ruhe lassen sollte. Durch die neuen Verschwörungstheorien verlängert man nur ihr Leid. Ich gehe davon aus, dass von der Polizei das Bestmögliche unternommen wurde, um die Wahrheit zu finden. Ich plädiere dafür, dass Natascha Kampusch endlich das Recht und die Möglichkeit bekommt, in ein normales Leben zurückzukehren. Sie war acht Jahre in Gefangenschaft, aber ihre Opferrolle ist noch immer nicht zu Ende, weil der Fall noch immer nicht geschlossen ist.“

„Wichtig wäre eine emotionsfreie Debatte, die sachlich erfolgt und mit kühlem Verstand – das ist aber nicht möglich. Alles muss auf den Tisch und der Fall muss neu aufgerollt werden. Aber es braucht ausländische Experten für die Aufklärung. Natascha macht sehr viel mit. Wenn sie in die Öffentlichkeit geht, heizt sie den Fall aber wieder neu an.“

„Die Debatte wird in Österreich mittlerweile so emotional geführt, dass es besser wäre, wenn ausländische Experten den Fall Kampusch objektiv betrachten würden. Diese Lösung würde zu einer Beruhigung der Situation beitragen. Ich bezweifle, ob es günstig ist, dass Natascha jetzt ein TV-Interview gegeben hat.“

„Es ist für viele Menschen unvorstellbar, dass es außer der öffentlichen Wahrheit noch eine andere Wahrheit geben kann.“

„Natascha ist ein armes Mädchen, aber der Fall ist noch nicht gelöst.“

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