Wer am Land alt wird und kein Auto mehr fährt, ist schnell aufgeschmissen. Im Waldviertel haben 34 Gemeinden deshalb zusammengelegt – mit einem Projekt, das älteren Menschen nicht nur Fahrten zum Arzt organisiert, sondern auch gegen Einsamkeit kämpft.
Das Herzstück dabei ist: 650 Ehrenamtliche – viele davon selbst schon in Pension – fahren rund 850 Senioren zu Terminen, Einkäufen oder zum Frisör. Koordiniert wird alles per App. „Meistens rufe ich zwei Tage vorher an, wer Zeit hat, der fährt", schildert Klientin Maria Reisinger das unkomplizierte System auf noe.orf.at.
Kampf gegen Einsamkeit
Doch es geht längst nicht nur ums Fahren. „Es entstehen so nette Gespräche", erzählt Ehrenamtliche Ingrid Kleber. „Gerade jene, die alleine wohnen, brauchen oft einfach jemanden zum Reden." Nicht selten endet eine Arztfahrt beim gemeinsamen Kaffee. Auch für Angehörige ist das Projekt eine Entlastung: Nicht jeder kann sich ständig freinehmen, um Mama zum Arzt zu fahren. Der Bürgermeister von Eisgarn, Günter Schalko (ÖVP), betont zudem: Allein wäre so ein Dienst für kleine Gemeinden nicht stemmbar – nur der Verbund macht's möglich.
Gemeinsam stark
Altersforscher Franz Kolland von der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems ist überzeugt: Das Projekt lohnt sich für die ganze Gesellschaft – gesundheitlich, sozial und finanziell.