Atom-Albtraum an unserer Grenze

Endlager in Tschechien

Atom-Albtraum an unserer Grenze

Große Aufregung um Atom-Endlager in Tschechien. Ein Lokalaugenschein.

Horni Plana. Die Atom-Angst wächst. Zu Recht. In Grenznähe will Tschechien ein Atom-Endlager bauen – ÖSTERREICH berichtete. Darin soll strahlender Müll der Schrott-Reaktoren Dukovany und Temelin eingegraben werden.

Vier Standorte überlegt die tschechische Regierung. Das nächste (Lodherov) wäre nur 30 Kilometer entfernt von der Grenze. ÖSTERREICH besuchte einen potenziellen Lagerort: Horni Plana – in unmittelbarer Nähe zu Linz.

Aufregung
Rund 70 Autominuten entfernt von Linz liegt die 3.000-EinwohnerGemeinde. Im Sommer pilgern deutsche und holländische Touristen in die kleine Ortschaft am malerischen Lipno-Stausee.

Das Projekt der Regierung sorgt dort für gewaltige Aufregung. „10 Kilometer von hier gibt es ein Militärgebiet und dieses Areal wird überprüft“, schildert Jiri Hulka, Bürgermeister von Horni Plana, gegenüber ÖSTERREICH.

Heftige Proteste in der Gemeinde. „Wir haben enorm viele Schreiben an die Zentralregierung geschickt. Leider haben wir im Militärgebiet keine Handhabe.“ Das künftige Lagergebiet liegt mitten in einem idyllischen Wald, gesichert durch einen dünnen Schranken (Foto). Dass man das Endlager ausgerechnet auf militärischem Gebiet plant, schürt die Angst der Bevölkerung. „Man weiß nicht, was auf diesem Areal noch vergraben liegt – auch noch vom 2. Weltkrieg. Das könnte eine tödliche Kombination sein“, so ein besorgter Anwohner.

Gift sicher nahe an Grenze
Auch wenn die Bevölkerung von Horni Plana ihren Wunsch durchsetzt, und das Lagerprojekt abgesagt wird: Es wird sicher wo anders gebaut. Doch egal wo, das Gift wird wohl knapp an unserer Grenze in die Erde eingegraben werden.

Glawischnig: "VP heuchelt bei Atom"

Mit schweren Vorwürfen gegen die ÖVP fährt Grünen-Chefin Eva Glawischnig auf.

Ganz Österreich ist gegen das Atom-Lager in Tschechien – nur die ÖVP nicht? Glawischnig erhebt jetzt in ÖSTERREICH Vorwürfe gegen die niederösterreichischen Schwarzen und legt einen Antrag im NÖ-Landtag vor. In diesem werden LH Erwin Pröll und die Bundesregierung aufgefordert, rechtliche Schritte gegen das Lager zu unternehmen.

Glawischnig: „Die ÖVP hat diesen Antrag – übrigens der FPÖ – am 28. Jänner 2011 mit ihrer Absoluten abgelehnt. Damit lässt sie die Bevölkerung im Stich, die sich ja nicht wehren kann.“ Die ÖVP „heuchelt“ bei Atom, so Glawischnig: „In Sonntagsreden sind sie dafür. Wenn es darum geht, etwas zu arbeiten und Umweltverfahren in Tschechien zu führen, dann tun sie nichts.“

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