ecoplus Alpin

Betrieb gesichert: Lackenhof-Lifte drehen sich weiter

Das Doppelbudget 2027/28 des Landes Niederösterreich sieht Mittel für den Fortbetrieb und einen Millionenbetrag für den Ausbau der Sommerangebote vor. Der Fokus wird auf Familien mit Kindern und Naturliebhaber gelegt.

Der Betrieb der Ötscherlifte in Lackenhof (Bezirk Scheibbs) wird auch in den kommenden Jahren fortgeführt. Im Doppelbudget 2027/28 des Landes Niederösterreich werden die erforderlichen Mittel dafür sichergestellt. Darüber hinaus wird ein "niedriger zweistelliger Millionenbetrag" für den Ausbau der Sommertourismus-Angebote zur Verfügung gestellt, kündigte Kurt Hackl, Aufsichtsratsvorsitzender von ecoplus und VPNÖ-Klubobmann, in einer Pressekonferenz am Mittwoch an.

"Ohne Lift - kein Tourismus. Ohne Tourismus - keine Arbeitsplätze. Ohne Arbeitsplätze stirbt eine Region", erklärte Hackl. Die landeseigene ecoplus Alpin GmbH, die zuvor 40 Prozent an den Ötscherliften gehalten hatte, übernahm im Dezember 2021 die restlichen Anteile von der Schröcksnadel-Gruppe. Der Betrieb war zuvor wegen fehlender Wirtschaftlichkeit vor dem Aus gestanden. Seit mehreren Jahren wird an einer Neupositionierung der Region als Ganzjahresdestination gearbeitet. Dieser Prozess habe sich jedoch als "sehr schwierig" herausgestellt, sprach der Aufsichtsratsvorsitzende von einer "Pattsituation". Einerseits gebe es mit Martin Lenikus einen Investor, der drei Beherbergungsbetriebe gekauft habe und bereit sei, ein neues Vier-Stern-Hotel zu etablieren, wenn es entsprechende Sommerangebote gebe. Andererseits würden Interessen von Grundeigentümern dagegen stehen.

Fokus auf Familien mit Kindern und Naturliebhaber

"Ohne Tourismus im Sommer hat auch der Winter in Lackenhof keine Zukunft", hielt Hackl fest. Künftig soll der Fokus auf Familien mit Kindern bis zwölf Jahren und Naturliebhaber liegen. Die Region Ybbstaler Alpen soll enger verzahnt werden. Dazu soll ab 2027 ein neues Anrufsammeltaxi-System umgesetzt werden, das vom Land und den Gemeinden finanziert wird.

Das Radwegenetz soll ausgebaut werden, um die Region zu verbinden, aber mit Rücksichtnahme auf die Interessen der Grundeigentümer. "Downhillstrecken wird es in Lackenhof nicht geben", stellte Hackl klar. Als Ideen für weitere Sommerangebote nannte er einen Wasserspielplatz, einen Mini-Bikepark oder einen Waldrutschenpark, ein konkreter Umsetzungsplan soll Anfang 2027 vorliegen. Ausgebaut werden sollen auch geführte Wanderungen im Naturpark Ötscher-Tormäuer, etwa zu den Auswirkungen des Klimawandels oder zum Naturnachtgebiet.

In Lackenhof wurden in der Wintersaison 2024/25 rund 70.000 Besuche verzeichnet, 2025/26 waren es um die 80.000. Zuletzt schrieben die Ötscherlifte Verluste. Die Hochkar & Ötscher Tourismus GmbH bilanzierte aber in den beiden Vorjahren positiv, hielt Hackl fest. Die Infrastruktur in Lackenhof "wird weiter erhalten, wir werden aber da oder dort anpassen müssen". Die Verhandlungen über die Höhe des vom Land zur Verfügung gestellten Betrags seien noch im Laufen, so Hackl. Die Summe werde aber zwischen zehn und 20 Mio. Euro liegen. Damit soll die Entwicklung des Sommertourismus mit Schwerpunkt in Lackenhof, aber auch am Hochkar vorangetrieben werden.

Ziel ist es, in Lackenhof den Turnaround zu schaffen. "In den nächsten zwei Jahren müssen hier positive Effekte gesehen werden", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende auf Nachfrage. Es brauche jedenfalls mehr Gästebetten. Der Investor habe ihm versichert, dass er weiterhin Interesse an einem vierten Betrieb habe.

ÖVP und FPÖ beantragen Prüfung durch Landesrechnungshof

Weiter kündigte Hackl an, dass die Regierungspartner ÖVP und FPÖ in der nächsten Landtagssitzung einen Antrag auf Prüfung der ecoplus Alpin und ihrer Tochtergesellschaften durch den Landesrechnungshof einbringen werden. Die Ergebnisse sollen Grundlage für die künftige Entwicklung der Alpinregionen sein. Auf Resultate hofft der Aufsichtsratsvorsitzende bis Jahresende.

Mit Blick auf das 15-jährige Bestehen der ecoplus Alpin sprach Hackl von einer "Erfolgsgeschichte". Als "Leuchtturmprojekt" hob er die Wexl Arena St. Corona am Wechsel hervor, die mit 250.000 Besuchern im Vorjahr als Positivbeispiel für die Anpassung von kleinen Skigebieten an den Klimawandel gelte. Zur GmbH zählen weiters die Annaberger Lifte und die Erlebnisalm Mönichkirchen.

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