Bundesheer-Boot auf Donau gekentert - Mädchen wiederbelebt

Große Rettungsaktion

Bundesheer-Boot auf Donau gekentert - Mädchen wiederbelebt

Junge Frauen in Donau gefallen, zwei in kritischem Zustand.

Auf der Donau bei Hainburg kenterte am Samstag gegen 10:00 Uhr ein Boot des Bundesheeres. Insgesamt 26 Mädchen befanden sich bei der Übung im Rahmen des "Girls' Camp" auf drei Booten, von denen eines kenterte. Zusätzlich gab es ein Rettungsboot. Zwei junge Frauen, etwa 20 Jahre alt, mussten aus dem Wasser geborgen und reanimiert werden. Der Rest konnte an Land schwimmen.

An Bord des verunglückten Bundesheer-Bootes waren 13 Personen. Es handelte sich um acht Frauen und fünf Soldaten.

© Einsatzdoku.at

Oberst Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums, twitterte: "Beim Girls Camp ist heute gegen 10.00 Uhr ein Boot auf der Donau bei Hainburg gekentert. 2 Mädchen werden reanimiert. Der Notarzthubschrauber ist gelandet. Wir befürchten das Schlimmste." 

Zustand kritisch

Wenig später gab Bauer leichte Entwarnung. Die Mädchen konnten zwar erfolgreich reanimiert werden, sie befinden sich aber in kritischem Zustand. Bauer bestätigte, dass beide Mädchen in Spitäler geflogen wurden. Laut ÖAMTC erfolgte der Transport ins AKH und ins Wilhelminenspital in Wien.

Die Freiwillige Feuerwehr Fischamend meldete: "Zurzeit stehen wir gemeinsam mit den Feuerwehren Hainburg/Donau, Haslau/Donau, Eckartsau, Schwechat, Mannswörth, Orth, Marchegg, Mannsdorf, Stopfenreuth und Wildungsmauer bei einer Personensuche auf der Donau im Einsatz".

Welle schuld

Insgesamt sollen vier Boote des Heeres unterwegs gewesen sein. Weil zur selben Zeit eine Katastrophenübung der Feuerwehr auf der Donau stattgefunden habe, seien Helfer rasch zur Stelle gewesen, teilte Franz Resperger vom Landeskommando Niederösterreich mit. Insassen des gekenterten Bootes hätten sich auf eine Insel bzw. auch ans Ufer gerettet. Laut Resperger standen nach dem Unfall elf Feuerwehren u. a. mit Rettungsbooten im Einsatz.

Zur Unglücksursache schrieb Oberst Michael Bauer vom Verteidigungsministerium auf Twitter, das Boot sei in eine Welle gefahren, die hineingeschwappt sei. "Dadurch hat sich das Boot langsam gesenkt und ist über die rechte Seite abgeglitten." "Der Steuermann war ein Unteroffizier. Sowohl er wie auch der Bugmann sind für dieses Boot ausgebildet", schrieb Bauer auf Twitter. Eine Untersuchungskommission des Bundesheeres sollte noch Samstagnachmittag ihre Arbeit aufnehmen.

© APA/HARALD SCHNEIDER

Insassen seien auch unter das gekenterte Boot geraten. Unter ihnen waren die beiden jungen Frauen, die in der Folge reanimiert werden mussten. "Was wir derzeit wissen, ist, dass das Boot offensichtlich einen sogenannten Wellenschlag bekommen hat. Es ist also offensichtlich in eine größere Welle hineingefahren und deshalb dürfte das Boot gekentert sein", wurde der Oberst vom ORF Niederösterreich zitiert.

Das verunglückte Boot war laut Florian Schodritz vom Roten Kreuz mit insgesamt 24 Personen besetzt. 22 wurden zur Nachkontrolle in umliegende Krankenhäuser gebracht. Das Rote Kreuz hat dem Sprecher zufolge u.a. zwei Notärzte, 25 Sanitäter und elf Fahrzeuge aus den Bezirken Bruck a.d. Leitha und Gänserndorf aufgeboten.

© APA/HARALD SCHNEIDER

Der ÖAMTC berichtete von einem Großeinsatz. Drei Notarzthubschrauber - "C 2", "C 3" und "C 9" - wurden an die Unfallstelle entsandt.
 

"Großer Dank gilt der Feuerwehr"

Bauer spricht in einem weiteren Tweet der Feuerwehr seine Dankbarkeit aus. "Ein großer Dank gilt der Feuerwehr, die genau zur selben Zeit eine Übung an der Donau hatte." Laut Bauer wurden die Boote allesamt im Jahr 2015 angeschafft.

 
Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) spricht den Einsatzkräften „ein von Herzen kommendes Dankeschön“ aus. Die rasche, professionelle Hilfe habe noch Schlimmeres verhindern können, meint sie: „Ein derartiger Einsatz erfordert das perfekte Zusammenspiel aller Beteiligten. Einmal mehr haben die niederösterreichischen Blaulichtorganisationen unter Beweis gestellt, dass wir uns auf ihre Kompetenz und ihre Einsatzbereitschaft verlassen können.“
 
An die geretteten Frauen richtet die Landeshauptfrau „die besten Genesungswünsche“. „Unsere Gedanken gelten nun ihnen und ihren Familien“, so Mikl-Leitner.

Girls' Camp soll Beruf Soldatin näherbringen

Das Girls' Camp wurde vom Bundesheer ins Leben gerufen, um Frauen den Beruf Soldatin näherzubringen. In diesem Jahr haben sich 60 junge Frauen angemeldet.
 
© Facebook/Bundesheer
 
"Der Soldatenberuf erfordert einen starken Leistungswillen und viel Einsatzbereitschaft. Die Girls' Camps ermöglichen jungen Frauen einen realistischen Einblick in den Soldatenalltag. Wenn man weiß, was einen später erwartet, sich damit auseinandergesetzt und angefreundet hat, wird man im Beruf auch erfolgreich sein. Die Soldatinnen, die jeden Tag ihren Dienst versehen, sind ein gutes Beispiel dafür", so Verteidigungsminister Mario Kunasek im Juli.
 
Das Konzept des Girls' Camps wurde von Soldatinnen für Interessentinnen am Soldatenberuf entwickelt. Erfahrene Soldatinnen und Soldaten informieren Frauen im Alter zwischen 17 und 30 unter anderem darüber, wie man sich auf die Ausbildung zur Soldatin vorbereiten kann, wie man richtig trainiert und informieren über die Karrierechancen bei den unterschiedlichen Waffengattungen.

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