Branche robust

Camping in NÖ boomt weiter

Die Donau ist für Niederösterreichs stärkste Campingregion. Starke Nachfrage gibt es seitens heimischer Gäste. Neue Online-Buchungszentralen sollen die Sichtbarkeit und Auslastung steigern. 

Mit Mitte April öffnen die meisten Campingplätze in Niederösterreich. Die Branche zeigt sich trotz kurzfristiger Marktschwankungen widerstandsfähig. Insgesamt wurden 2025 299.772 Nächtigungen gezählt – im Vergleich zu 2024 ein leichter Rückgang (310.071 Nächtigungen, minus 3,4 Prozent). 2019 waren es 260.061 Nächtigungen. „Camping ist kein kurzfristiger Boom, sondern ein stabiles und nachhaltiges Tourismussegment“, sagt Karl-Heinz Kaiser, Sprecher der 59 NÖ Campingplatzbetreiber in der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ).

Donau als Wachstumsmotor, Viertelsregionen als Stabilitätsanker

Die Donau Niederösterreich bestätigt ihre Rolle als stärkste Campingregion mit 102.116 Nächtigungen, ein Plus von 3,3 Prozent. Besonders der deutsche Markt verzeichnet hier einen Zuwachs von 10,4 Prozent. In den Viertelsregionen zeigt sich vor allem der heimische Markt als verlässlicher Stabilitätsanker: Im Mostviertel stammen rund 81 Prozent der Nächtigungen von österreichischen Gästen, das Waldviertel liegt langfristig sogar 54,8 Prozent über dem Niveau von 2019. "Die starke Bindung der heimischen Gäste zeigt, dass Qualität, Regionalität und persönliche Betreuung weiterhin entscheidend sind“, betont Kaiser.

Digitalisierung als Antwort auf neue Buchungsgewohnheiten

Um auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren und neue Gästegruppen zu erreichen, startet mit 2026 die Camping-Online-Buchungszentrale Niederösterreich. Das Projekt wird von der Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe in der Wirtschaftskammer NÖ gefördert und in einem Testbetrieb von der Destination Mostviertel begleitet. „Viele Campingbetriebe sind vor Ort hervorragend geführt, online aber noch nicht ausreichend sichtbar. Genau hier setzt die Buchungszentrale an: Sie verbindet hohe Qualität vor Ort mit moderner digitaler Infrastruktur“, erklärt Kaiser die Hintergründe. Gäste profitieren von Echtzeit-Verfügbarkeiten, direkter Buchbarkeit sowie innovativen Angeboten wie Flatrates, Themenpaketen oder exklusiven Packages, etwa für Inhaberinnen und Inhaber der Niederösterreich-CARD. „Ziel ist es, die regionale Stärke der Viertel mit der internationalen Strahlkraft der Donau zu verbinden und so neue Märkte, insbesondere in Tschechien, der Slowakei und Polen, nachhaltig zu erschließen“, skizziert Kaiser.

Camping als Lifestyle

Neben stabilen Zahlen und Digitalisierung zeigt sich auch der Trend zu mehr Individualität: Alltags- und lifestyle-taugliche Fahrzeuge, Dachzelte, klassische Zelte und Glamping-Angebote gewinnen stetig an Beliebtheit. „Die Camping-Szene wird immer vielfältiger, die Nachfrage nach individuellen und unverwechselbaren Reiseerlebnissen steigt kontinuierlich.“

Zeitgemäße Rahmenbedingungen, fairer Wettbewerb und klare Positionierung in der niederösterreichischen Tourismusstrategie.

2026 will die Branche die Sichtbarkeit weiter steigern, Qualität sichern und neue Märkte erschließen. Gemeinsame Marketingkampagnen sollen den einzelnen Betrieben zugutekommen.

"Im Austausch mit der Niederösterreich Werbung und den Destinationen soll die Abstimmung weiter intensiviert werden, um optimale Rahmenbedingungen und faire Wettbewerbsbedingungen zwischen privatwirtschaftlichen und öffentlich geführten Plätzen sicherzustellen. Eine klare Positionierung des Campingtourismus in der niederösterreichischen Tourismusstrategie ist dabei ein entscheidender Faktor. Die hervorragende Qualität unserer Campingplätze, verbunden mit innovativen digitalen Lösungen, schafft eine exzellente Grundlage, um den Campingtourismus in Niederösterreich langfristig erfolgreich weiterzuentwickeln“, betont Kaiser.

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