Semmering-Basistunnel Spatenstich

Bei Spatenstich

"Flitzer" auf Foto von Semmering-Basistunnel

Spatenstich für 27-Kilometer-Tunnel - Mann mit Taferl schaffte es aufs Bild.

Beim offiziellen Spatenstich für den Semmering-Basistunnel am Mittwoch in Gloggnitz (NÖ) gelang es einem Gegner des Milliarden-Projekts, sich auf das Foto mit den Polit-Granden zu "schummeln". Der Mann hatte sich knapp neben dem Erdhaufen postiert - in der Hand hielt er ein Taferl mit der Aufschrift: "Der Berg sagt Nein".

Weitere Proteste gab es rund um den Festakt nicht - die Naturschutzorganisation "Alliance For Nature" zieht nach wie vor gegen den Tunnelbau zu Felde, hat jeden Bescheid angefochten. Teilweise stehen Entscheidungen auch tatsächlich noch aus - diese sollen aber nicht die aktuellen Arbeiten betreffen, versicherte man bei den ÖBB.

Von den Rednern beim Spatenstich wurde das Projekt hingegen gelobt. Die beiden Tunnelröhren von 27,3 Kilometern Länge werden nach der geplanten Inbetriebnahme 2024 die Südbahn-Fahrzeit Wien - Graz um ein Drittel verkürzen. Das Projekt sei wie kein anderes auf Herz und Nieren geprüft worden, erinnerte Verkehrsministerin Doris Bures (S) an die jahrzehntelange Geschichte. Der Semmering-Basistunnel mache die neue Südbahn komplett und sei für das gesamte österreichische Hochleistungsnetz ein Schlüsselprojekt. Neben Sparen sei es wichtig, auf das Wachstum zu achten und in die Schiene zu investieren, so die Ministerin.

Landeshauptmann Erwin Pröll (V) sprach von einer geänderten Faktenlage, weshalb  alte und neue Variante "in keinster Weise" zu vergleichen seien. Der steirische Landeshauptmann Franz Voves (S) betonte die Bedeutung einer leistungsfähigen Südbahn für den exportorientierten Wirtschaftsstandort Steiermark. Die Verbesserung der Erreichbarkeit werde 15,5 Mrd. Euro zusätzliche Wertschöpfung und 15.000 Arbeitsplätze bringen. 30 Jahre sei man "in der Warteschlange" gestanden, dankte er Pröll, dem Projekt neu von Beginn an positiv gegenübergestanden zu sein.

ÖBB-Vorstandsvorsitzender Christian Kern nannte den bevorstehenden Tunnelbau eine technische Spitzenleistung. Die Bahn sei auf der Höhe der Zeit und das Verkehrsmittel der Zukunft, hob er die Umweltfreundlichkeit hervor. EU-Vertreterin Desiree Oen vom Kabinett des EU-Verkehrskommissars Siim Kallas erklärte, mit dem Ausbau der Infrastruktur unternehme das Alpenland Österreich enorme finanzielle Anstrengungen und leiste einen wesentlichen Beitrag zur räumlichen Integration und damit Stärkung des europäischen Binnenmarktes und auch zur angestrebten CO2-Reduktion im Sinne der Klima-Ziele.
 

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