Niederösterreich kann beim Naturschutz eine beachtliche Bilanz vorweisen: 74 Naturschutzgebiete, 36 Natura-2000-Gebiete, 20 Naturparke, 29 Landschaftsschutzgebiete und rund 1.300 Naturdenkmäler zeugen von jahrelangem Engagement mit Augenmaß.
Konkret zeigt sich das etwa bei der Pflege von Trockenrasen, Feuchtwiesen und feuchten Ebenen – mit händischen Entbuschungen, maschineller Mahd und der Bekämpfung invasiver Arten. Ein eigenes Erhebungsprojekt dokumentiert dabei wissenschaftlich das Vorkommen seltener FFH-Arten wie dem Österreichischen Drachenkopf, dem Waldsteppenbeifuß und der Wolfsfuß-Zwitterscharte. Naturschutz funktioniert in Niederösterreich dann, wenn er regional abgestimmt, nachvollziehbar und langfristig finanzierbar ist.
Problematische EU-Renaturierungsverordnung
Genau hier liegt das Problem mit der EU-Renaturierungsverordnung, die geschädigte Lebensräume schrittweise bis 2050 wiederherstellen soll. Was gut klingt, bringt laut den Bundesländern massive Herausforderungen mit sich – und das bei völlig ungeklärter Finanzierung. Allein die Kosten für den vorgeschriebenen Rückbau von rund 2.500 Flusskilometern in Österreich – davon 450 Kilometer bereits bis 2030 – sind kaum vorstellbar: Drei Kilometer renaturierter Fließgewässer im Bezirk Gänserndorf kosteten bereits 14,2 Millionen Euro. Hochgerechnet auf die bis 2030 geforderten 450 Kilometer würden allein diese Maßnahmen rund 2,13 Milliarden Euro verschlingen – noch ohne Wiedervernässungen, Artenschutzprogramme und weitere Landschaftspflegeprojekte.
Sagenhafte geschätzte Kosten von 154 Milliarden Euro!
EU-weit werden die Gesamtkosten der Verordnung auf rund 154 Milliarden Euro geschätzt. Alarm geschlagen haben bisher nur die vier freiheitlichen Naturschutz-Landesräte Haimbuchner, Svazek, Rosenkranz und Amesbauer – im Rahmen einer Pressekonferenz. Der Vorwurf dahinter ist klar: Die Verordnung wurde unter Ex-Ministerin Gewessler (Grüne) im Alleingang "durchgedrückt", ohne die Finanzierung auch nur annähernd zu sichern.
Auch die künftige EU-Förderpolitik gibt wenig Anlass zur Hoffnung
Im neuen nationalen Partnerschaftsplan für die Periode 2028 bis 2034 stehen Österreich zwar 10,3 Milliarden Euro zur Verfügung – doch 6,6 Milliarden sind bereits für die Agrarpolitik reserviert, weitere 0,9 Milliarden für Migration und Sicherheit. Die verbleibenden 2,8 Milliarden sollen auf Bildung, Arbeitsmarkt, Kohäsionsprogramme, lokale Projekte und offenbar auch den Naturschutz aufgeteilt werden. Aus niederösterreichischer Sicht braucht es daher dringend einen realistischen Kurs: regionale Projekte mit echter Wirkung, nachhaltige Pflege statt ausufernder Bürokratie – und vor allem EU-Vorgaben, die auch finanziell tatsächlich gedeckt sind, heißt es aus dem Büro Rosenkranz.