Schon in den letzten Tagen konnten St. Pöltnerinnen und St. Pöltner sich überzeugen: der Wahlkampf in ihrer Stadt wird immer brutaler. Am 25. Jänner wählt die Landeshauptstadt den künftigen Gemeinderat. Ein neuer Tiefpunkt ist mit der "Schlacht zwischen SPÖ und FPÖ" erreicht. Was kommt noch?
Im Image-Video des St. Pöltener FPÖ-Bürgermeister-Kandidaten Martin Antauer wird der Bahnhof als Kriminalitäts-Brennpunkt dargestellt. Die Rede ist immer wieder von "Banden", von "Tschetschenen" ist in der Bevölkerung von St. Pölten immer wieder die Rede. Dass der Bahnhof, wie in vielen österreichischen Städten auch, ein Hort krimineller Auswüchse ist, wollen in freilich einige nicht wahrhaben.
Konkret ist das Aufreger-Thema dieses Wahlkampfes das "Kärchern": In einem Wahlkampf-Video präsentiert sich Antauer volksnah und lösungsorientiert bei Problemen in St. Pölten. Dann kommt der Satz, der die SPÖ so aufregt: "Wir kärchern die Kriminalität aus unseren Straßen." Dazu werden zwei Jugendliche von hinten gezeigt, die über die Straße zum Bahnhof in St. Pölten gehen, um symbolisch auf die Ausländer-Kriminalität in diesem Gebiet aufmerksam zu machen. Und hier findet sich der Link dazu: www.youtube.com/watch?v=xzroSxt5G0k
Geschmacklose Reaktion
Darauf tauchte- wohl von der „SPÖ Community Basis“ initiiert - in den sozialen Medien ein geschmackloses Bild auf, darauf ist zu lesen: "Wir kärchern Martin Antauer von der FPÖ aus unserem St. Pölten." Auf dem Sujet ist eine Karikatur des FPÖ-Manns zu sehen der gerade mit Wasser angestrahlt wird.
Antauer: "Unsere Stadt. Unsere Regeln."
Darauf angesprochen, reagierte FPÖ-Bürgermeister-Kandidat Martin Antauer folgendermaßen: "Ich stehe dazu. Kriminelle Ausländer haben in unserer Stadt nichts verloren. Unsere Stadt, unsere Regeln."
Auch Kritik von den NEOS
Doch die Situation am Bahnhof von St. Pölten wird nicht nur von der FPÖ, sondern auch von den NEOS thematisiert. Trotz regelmäßiger Polizeipräsenz komme es immer wieder zu konfliktreichen Situationen, heißt es in einer entsprechenden Aussendung. Bestimmte Bereiche, etwa der Durchgang hinter dem Bahnhof, würden insbesondere nachts gemieden. "Der Bahnhofsvorplatz in St. Pölten wird zunehmend zum sozialen Brennpunkt der Stadt." Alkohol- und Drogenmissbrauch durch einzelne Gruppen, verdreckte Sitzgelegenheiten sowie immer wieder auftretende Pöbeleien, seien das Problem, erklärt NEOS-Spitzenkandidat Bernd Pinzer, der abschließt mit den Worten: "Wer hier ankommt möchte schnell weiter. Die Visitenkarte einer Landeshauptstadt sieht anders aus.“ Gefordert seien etwa auch mobile Sozialarbeiterteams. Entscheidend sei darüber hinaus eine koordinierte Zusammenarbeit von Stadt, ÖBB, Polizei und Sozialorganisationen.