kussverbot

Niederösterreich

Kein Bussi: Kussverbot in Schule

Kuss- und Umarmungsverbot an der Scheibbser Hauptschule. Die Schüler verstehen es nicht, für den Direktor ist die Diskussion aufgebauscht.

„Wir finden das total deppert, dass wir in der Pause nicht mehr eingehängt am Gang gehen dürfen“, bringt es ein 13-jähriges Mädchen auf den Punkt. In den Pausen sind einige Schülerinnen der Hauptschule Scheibbs gerne im Rudel über den Gang geschlendert – meistens umarmt. Bussis oder auch Küsse soll es ebenfalls gegeben haben.

Doch damit ist jetzt Schluss. Die Direktion hat nämlich ein allgemeines Kuss-, Umarmungs- und Einhängverbot verhängt. Nicht alle finden das toll.

Elternvertreterin Ingrid Aigelsreiter stört daran nicht nur die Herangehensweise, sondern vor allem auch die fehlenden Argumente für das Verbot.

Erst reden!
„Man hätte ja zuerst in Ruhe mit den Kindern reden können und hätte nicht gleich mit einem Verbot daherkommen müssen. Außerdem gehört es zur Freiheit des Menschen, in einem gewissen Rahmen seine Gefühle zu zeigen. Wie soll man sich denn gegenseitig trösten nach einem Fünfer, wenn ein Meter Abstand dazwischen ist“, fragt sich Aigelsreiter.

Undiszipliniert
Doch ums Trösten allein soll es dabei nicht mehr gegangen sein. „Einige der Schüler sind so undiszipliniert, die gehen nach dem Läuten nicht in die Klasse, hüpfen auf dem Gang herum und nehmen nichts zur Kenntnis“, so eine Lehrerin.

Inniges Verhalten
Für Schulleiter Andreas Handl ist die Diskussion künstlich aufgebauscht. Anlassfall für das Verbot seien einige Schüler gewesen, die am Gang ein „inniges Verhalten“ an den Tag gelegt hätten. Daraufhin habe der Direktor die Klassenvorstände gebeten, mit den Schülern darüber zu reden, dass Herumschmusen am Gang „nicht angebracht“ sei. Generell wolle er diese Diskussion – zum Schutz der Kinder – nicht öffentlich austragen. Das Thema wird mit allen Beteiligten diskutiert. Aber intern.

Landesschulrat eingeschaltet
Jetzt beschäftigt das Kussverbot auch den NÖ Landesschulrat. Der Direktor habe die Kompetenz, "übermäßiges Schmusen zu unterbinden", hieß es dazu am Donnerstag aus dem Büro von Adolf Stricker, Präsident des Landesschulrates. Das angebliche "Kussverbot" sei allerdings nicht amtlich. Für eine Aufnahme in die Hausordnung sei ein Beschluss des Schulgemeinschaftsausschusses nötig. Dies sei aber ohnehin nicht geplant, so die Information aus dem Büro Stricker.



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