8.712 Kilogramm

Niederösterreich Spitzenreiter bei Kriegsmaterial-Funden

Der Entminungsdienst des Bundesheeres hat im vergangenen Jahr knapp 30 Tonnen an Kriegsmaterial unschädlich gemacht - das meiste davon wurde in Niederösterreich geborgen.

 Zwischen 1. Jänner und 31. Dezember wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums österreichweit 1.094 Funde gemeldet und abgearbeitet. Insgesamt wurden 29.922 Kilogramm gefährlicher Altmunition geborgen, untersucht und fachgerecht entsorgt.

Darunter hätten sich auch besonders gefährliche Funde befunden, wie 172 Streubomben, vier Anti-Personen-Minen sowie 13 Bombenblindgänger mit einem Gewicht von über 50 Kilogramm. Diese Kampfmittel unterliegen internationalen Melde- und Vernichtungsverpflichtungen und hätten "höchste fachliche Expertise bei der Entschärfung" erfordert, hieß es.

Aus Gewässern wurden von der Tauchgruppe des Entminungsdienstes im vergangenen Jahr 5.589 Kilogramm Kriegsmaterial geborgen. Die Alpingruppe machte im hochalpinen Grenzgebiet zu Italien 211 Kilogramm sprengkräftiger Altmunition unschädlich.

Niederösterreich an der Spitze

Niederösterreich befand sich unter den Bundesländern an der Spitze. Mit 8.712 Kilogramm wurden dort die größten Mengen an Kriegsmaterial geborgen. Danach folgten Wien (7.243 kg), Kärnten (6.361 kg) und die Steiermark (3.552 kg). Insgesamt legten die 16 Einsatzfahrzeuge des Entminungsdienstes im Berichtsjahr 298.784 Kilometer zurück, hieß es.

Vernichtet und entsorgt wurde das Kriegsmaterial überwiegend auf den Sprengplätzen Großmittel und Allentsteig. Große Mengen an Infanteriemunition und Kriegsschrott wurden thermisch behandelt oder wiederverwertet. Zusätzlich mussten 50 Sofortsprengungen an Ort und Stelle durchgeführt werden. Sämtliche Maßnahmen erfolgten ohne Personen- oder Sachschäden.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) lobte die "eindrucksvollen" Leistungen des Entminungsdienstes und dankte den Spezialisten. Zudem betonte Tanner, wie wichtig diese "professionelle Vorsorge für die Sicherheit der Bevölkerung" sei.

Der Entminungsdienst ist für die Sicherung, den Transport, die Verwahrung und die Vernichtung von Kriegsmaterial aus der Zeit vor 1955 zuständig. Die Einsätze erfolgen im gesamten Bundesgebiet und werden durch die Hauptdienststelle Wien sowie die Außenstellen Hörsching und Graz durchgeführt. Ein durchgehender Einsatzbetrieb werde durch Rufbereitschaft gewährleistet, hieß es.

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