Ein Kommentar von Rudolf Fußi.
Am 1. Juli ist es also so weit: Die Steuer auf bestimmte Lebensmittel sinkt und der Einkauf wird dadurch geringfügig günstiger, um 8 bis 10 EUR je Haushalt im Monat, so sagt die Regierung. Das Budget wird durch diese Maßnahme mit 400 Mio. Euro belastet, gegenfinanziert soll es durch eine Abgabe auf nicht recyclebares Plastik und eine Strafgebühr auf Ramsch-Pakete werden. In der Liste findet sich sehr viel Gemüse, aber kein Fleisch. Sie werden sich fragen: Warum? Nun, hätte man Fleisch mit in die Liste aufgenommen, wären weitere Kosten von rund 300 Millionen Euro dazugekommen, das war selbst Marterbauer zu viel.
An den Stammtischen des Landes wird die Liste rauf und runter diskutiert, warum bestimmte Waren billiger werden und andere nicht. Eines bleibt jedoch unbestritten gleich: Dass wir viel mehr für Lebensmittel bezahlen als unsere Nachbarn. Die Regierung hofft darauf, dass diese Maßnahme die Beliebtheitswerte steigen lässt, eine Hoffnung, die sich wohl kaum erfüllen wird. Zu groß ist der Schaden im österreichischen Geldbörserl durch die exorbitant gestiegenen Wohn-und Energiekosten der letzten Jahre. Aber gut, dass etwas billiger wird, wir kennen leidvoll fast nur das Gegenteil.