Die Parksituation rund um den Bahnhof Ebreichsdorf bleibt weiterhin angespannt. Sowohl die bestehenden Park-&-Ride-Stellplätze als auch eine vor rund einem halben Jahr zusätzlich geschotterte Fläche neben der Anlage sind derzeit vollständig ausgelastet.
Immer häufiger weichen Pendler daher auf umliegende Straßen aus. Besonders betroffen ist dabei unter anderem die Piestingauzufahrt, wo regelmäßig Fahrzeuge entlang der Straße abgestellt werden. Der Bahnhof Ebreichsdorf ist für viele Menschen aus der Region ein wichtiger Umstiegspunkt für den täglichen Weg nach Wien. Gleichzeitig steigt die Zahl der Bahnpendler weiter an. Auch die zuletzt stark gestiegenen Treibstoffpreise bewegen immer mehr Menschen dazu, vom Auto auf die Bahn umzusteigen.
ÖBB weiß um Missstände
Seitens der ÖBB wird bestätigt, dass die Situation bekannt ist. Als einer der Hauptgründe für die derzeit besonders hohe Auslastung werden Bauarbeiten auf der Ostbahn genannt. Seit 8. März laufen am Bahnhof Himberg umfangreiche Modernisierungsarbeiten, die zu Fahrplanänderungen und einem reduzierten Zugangebot führen. Dadurch weichen viele Pendler auf andere Bahnhöfe aus – unter anderem nach Ebreichsdorf. Diese Bauphase soll laut ÖBB noch bis einschließlich 21. Juni 2026 andauern.
Alternative Park-&-Ride-Anlagen in Hennersdorf oder Achau
Die ÖBB verweisen zudem auf alternative Park-&-Ride-Anlagen, etwa in Hennersdorf oder Achau, wo noch freie Kapazitäten vorhanden seien. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass Park-&-Ride-Infrastruktur nicht kurzfristig an temporäre Bauphasen angepasst werden könne. Auch Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ) sieht die Situation kritisch. „Wir haben jahrelang darauf hingewiesen, dass ein Parkhaus wesentlich leistungsstärker wäre und mehr Pendlerinnen und Pendlern Platz bieten würde. Leider waren weder die ÖBB noch das Land Niederösterreich aufgrund der höheren Kosten dafür zu bewegen“, erklärt der Bürgermeister. Der bestehende Park-&-Ride-Platz sei daher zu klein dimensioniert. Kocevar nennt mehrere Gründe für die hohe Auslastung. Neben den schlechten Zugverbindungen vom Bahnhof Wampersdorf würden auch Pendler aus umliegenden Gemeinden nach Ebreichsdorf ausweichen. Zusätzlich führten Bauarbeiten an anderen Bahnhöfen immer wieder zu einer weiteren Belastung der Anlage.
Überdachungen mit PV verzögern sich
Für zusätzliche Diskussion sorgt auch die geplante Überdachung der Parkflächen mit Photovoltaikanlagen, deren Baubeginn sich derzeit noch verzögert. Sobald die notwendigen Genehmigungen vorliegen, soll das Projekt umgesetzt werden. Bürgermeister Kocevar befürchtet jedoch, dass sich die Parksituation während der Bauphase nochmals verschärfen könnte und kündigt an, sich weiterhin für zusätzliche Parkplätze einzusetzen.