Die hochansteckende Rinderseuche Lumpy Skin Disease wurde bereits in Italien und Frankreich nachgewiesen. In Niederösterreich beobachtet man das Geschehen mit Argusaugen, die Vorsorge läuft auf Hochtouren.
So nah war die Rinderseuche Lumpy Skin Disease (LSD) noch nie vor den Toren Österreichs. Die Rinderkrankheit ist in Afrika gebietsweise verbreitet und endemisch. Von dort kamen wohl Erreger nach Italien: Jenes Land meldete am 23. Juni erstmals einen Ausbruch von Lumpy Skin Disease (LSD) in einem Rinder haltenden Betrieb auf Sardinien. Wahrscheinlich wurden die Überträger, also Mücken, durch den Wind aus Marokko oder Tunesien dorthin verfrachtet, oder sie wurden von Menschen eingeschleppt. Wenige Tage später am 25. Juni meldeten die Behörden in der Lombardei in Norditalien zusätzliche Fälle, am 30. Juni in Frankreich.
Tiertransporte ausgesetzt
Da die Krankheit noch mehr als 150 Kilometer von der Landesgrenze entfernt ist, herrscht in Niederösterreich noch keine Krisenstimmung. Die Landesveterinärdirektion nimmt die Bedrohung aber ernst, hält Notfallpläne bereit und beobachtet die Lage mit Argusaugen. Als eines der rinderreichsten Bundesländer nach Oberösterreich will man vorbereitet sein, falls das Virus näher kommt. Tiertransporte aus den betroffenen Gebieten nach Niederösterreich finden derzeit nicht statt.
Impfung als einzig möglicher Schutz
Kommen Tiere aus Risikogebieten nach Österreich, greifen Quarantänemaßnahmen und verpflichtende Tests. Diese Vorsichtsmaßnahmen gehören zu den Notfallplänen, die seit der Maul- und Klauenseuche bestehen und auch bei LSD angewendet werden könnten. Eine Impfung ist derzeit nicht vorgesehen. Erst wenn ein Ausbruch bestätigt ist oder die Seuche weniger als 50 Kilometer vor der Grenze steht, soll geimpft werden. In den betroffenen und gefährdeten Gebieten muss man dann eine Herdenimmunität aufbauen, indem mehr als 80 Prozent der empfänglichen Tiere eine Impfdosis verabreicht. "Die Impfung ist aktuell und alternativlos, denn es gibt keine Medikamente gegen LSD", sagt Florian Fellinger vom Gesundheitsschutzministerium .Sollte das Virus tatsächlich in einem Betrieb nachgewiesen werden, muss dieser gesperrt und die dortigen Rinder gekeult werden.