So starb der Jagd-Treiber

Wien

So starb der Jagd-Treiber

Christian T. verblutete durch eine Kugel Kaliber 12 in den Blinddarm.

Das Entsetzen über das Waidmanns-Unheil vom Samstag im Weinviertel ist enorm. Auch jener Jäger, der nächst dem Todesschützen seinen Bodenstand hatte, fällt über seinen Jagdkollegen ein eindeutiges Urteil: „Das war ein unentschuldbarer Fehler, der fünf Minuten vor Ende der Treibjagd passierte und ein junges Leben auslöschte. Ich hörte das Opfer schreien und wimmern und musste tatenlos zusehen, wie der Bursche starb.“

„Tut mir leid, dass ich abgedrückt habe“
Wie ÖSTERREICH berichtete, wurde Christian T. bei einem Sauriegel, der von seinem Onkel Walter als Jagdleiter organisiert wurde, tödlich getroffen. Jagdgast Alois P. aus dem Bezirk Korneuburg hatte einen Menschen mit einem Schwarzwild verwechselt.
Laut Polizei habe er gehört, wie es im Gebüsch raschelte. Wohl im Überschwang der zu erwartenden Trophäe vergewisserte er sich nicht, ob es tatsächlich ein Wildschwein sei. Obwohl Christian T. eine rote Signaljacke trug, sah der Unglücks-Jäger nach seinen eigenen Worten „nur einen dunklen Fleck. Es tut mir unendlich leid, dass ich sofort abgedrückt habe.“

Todesschütze wird nie wieder auf Pirsch gehen
Der junge Treiber erlitt einen Bauchschuss und verblutete vor Eintreffen des Notarzthubschraubers, während der Todesschütze laut Zeugenbeobachtungen nervös rauchte.

Die Flinte wurde von den Ermittlern eingezogen und der Täter wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen angezeigt – ihm drohen bis zu drei Jahre Haft. Das Ergebnis eines Alkotests steht noch aus.
Eins steht schon fest: Auf Pirsch gehen wird Alois P. in Österreich nie wieder. Der Jagdschein wurde eingezogen.

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