Programmpräsentation

Sommerspiele Melk zwischen "1984" und "Brave New World"

Orwells moderner Klassiker ›1984‹ ist Ausgangspunkt für die heurige Theaterproduktion der Sommerspiele Melk.  

Im Auftragswerk des Autors Jérôme Junod entsteht eine faszinierende Mischung aus Dystopie und Hoffnung. Thematisiert werden u.a. eine totalitäre Welt, Wissenschafts-Skepsis, der Umgang mit Fake News und die ständige Überwachung („Big Brother is watching you“…). 

Sommerspiele Melk zwischen
© Sommerspiele Melk

Eine Welt der Zwangsfröhlichkeit

Das Stück entführt in ein scheinbar perfektes System: Wohlfühl-Ambiente, staatlich verordnete Grillabende und eine Gesellschaft, die sich in einer Scheinwelt eingerichtet hat. Über verschiedene Kanäle – Information, Unterhaltung und mehr – wird das Leben gesteuert. Doch was passiert, wenn eine Bürgerin plötzlich nicht mehr an das Empfangsgerät angeschlossen ist? Aus dieser Störung erwächst die zentrale Frage: Wie kann man das System untergraben? Wie stellt sich die/der Einzelne gegen die totale Kontrolle?

Ambivalente Figuren und weibliche Perspektive

Anders als in Orwells düsterer Vision zeigt die Melker Version eine stärkere Widerstandskraft und eine weiblichere Perspektive. Die Figuren sind vielschichtig und voller Ambivalenzen – niemand ist, wer er/sie zu sein scheint.

Ästhetik: 80er-Jahre-Futurismus trifft auf urbane Coolness

Das Bühnenbild von Renato Sobotta verwandelt den Spielort mit Blick auf das Stift Melk in einen stylischen urbanen Raum mit klarer Architektur, großzügigen Flächen und einer modernen Treppenlandschaft – ein Irrgarten des Ministeriums. Die Kostüme spiegeln „farblose Noblesse“ und eine subtile Uniformiertheit wider, die Individualität nur vorgaukelt.

Musik und Ensemble

Die Musik stammt von Jakob Kammerer und setzt auf A-cappella-Gesang und Schlagwerk.

Das Ensemble – unterstützt vom Konzertchor Niederösterreich – ist mit prominenten, aus Film & Fernsehen bekannten Schauspielern besetzt: Aaron Karl, Doris Hindinger, Sonja Romei, Christina Scherrer, Thomas Frank, Isabella Knöll, u.a..

Regisseur Alexander Hauer richtet den Blick trotz aller Dystopie hoffnungsvoll auf die Gesellschaft: "Für mich stellt das Jahr 1989 einen zentralen Wendepunkt dar. Hier zeigt sich, dass zivilgesellschaftliches Engagement und Widerstand Sinn machen und demokratische Lösungen in einer Form, die man davor nicht für möglich gehalten hätte, gefunden werden können.“

Fortgesetzt wird die enge Zusammenarbeit zwischen den Sommerspielen Melk und der Schallaburg, die ab 11. April 2026 ganz im Zeichen der 1980er Jahre steht. Beide Produktionen der Sommerspiele (Schauspiel & Musikrevue) widmen sich 2026 inhaltlich diesem Jahrzehnt voller Gegensätze, Umbrüche und Inspiration. Premiere ist am 17. Juni 2026.

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