Beginn der Spargelsaison: Im Marchfeld startete die Ernte zwar schon Mitte März, wegen des aktuellen Kälteeinbruchs hat sie sich allerdings verzögert. Ein Großteil der verkauften Ware kommt immer noch aus dem Ausland.
Im Marchfeld werden etwa zwei Drittel des heimischen Spargels angebaut. Die Erntehelfer müssen bei windigem und kühlen Wetter unter den Folientunneln fast schon nach den Spargelspitzen suchen. Große Mengen sind es bei den niedrigen Temperaturen derzeit nicht. Daher wird hier aktuell nur jeden zweiten Tag gestochen, so der Obmann der Marchfelder Spargelbauern, Werner Magoschitz: „Spargel ist eine extrem wärmeliebende Pflanze. Bei warmer Witterung kann weißer Spargel fünf Zentimeter pro Tag wachsen und der grüne zehn Zentimeter. Bei kühlen Temperaturen nicht einmal ein Zehntel davon.“
Viele Spargelköpfe schauen derzeit noch nicht aus der Erde.
Schwierige Konkurrenz aus dem Ausland
Auch importierter Spargel müsse nach denselben Standards kontrolliert werden wie heimischer Spargel, so die Forderung der Marchfelder Bauern. Zudem seien weit importierten Waren oft zusätzlich mit Chlor behandelt, um die langen Transportwege zu überstehen, so Magoschitz. Um den Spargel auch bereits früher im Jahr anbieten zu können, setzen die Marchfeldbauern auf eine aufwendige Technik mit zweifacher oder dreifacher Folierung. So sind die ersten Stangen oft schon zwei bis drei Wochen früher erntereif als ohne Abdeckung.
Neuer Spargel-Trend
Während früher hauptsächlich weißer Spargel von Niederösterreichern gekauft wurde, habe sich in den vergangenen Jahren ein neuer Trend eingestellt, so Magoschitz. Demnach werde der grüne Spargel immer beliebter. Mehr als ein Drittel des heimischen Spargels ist inzwischen grün, so der Landwirt. Spargel wird übrigens durch Sonnenlicht grün. Damit er weiß bleibt, muss er mit speziellen schwarz-weißen Folien vor Sonneneinstrahlung geschützt werden. Die Marchfelder Spargelbauern hoffen auf steigende Temperaturen in NÖ – damit unter den Folientunneln endlich große Mengen Spargel sprießen. Gestochen wird dann bis spätestens 24. Juni.