Neue Pläne

Doch kein Abriss? Gabaliers Wörthersee-Penthouse wird jetzt zum Hotel

Die Hauseigentümer legten nun ein Konzept zur Rettung der Immobilie vor. Was bedeutet das für deren berühmtesten Miteigentümer? 

Es ist eine der wohl prominentesten Immobilien am Wörthersee, doch der Glanz der Liegenschaft am Seecorso 52 war zuletzt massiv getrübt. Obwohl der „Volks-Rock’n’Roller“ Andreas Gabalier lediglich einer von acht Miteigentümern ist und finanziell nicht den größten Anteil hält, wurde das Objekt unter seinem Namen zum Symbol eines jahrelangen Rechtsstreits. Nun könnte die drohende Abrissbirne, wie die "Kleine Zeitung" berichtet, in letzter Sekunde abgewendet werden.

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Ein „Phantom-Hotel“ sorgt für juristisches Nachspiel

Die Wurzel des Übels liegt Jahre zurück: Ursprünglich wurde das Gebäude als „Hotel Garni“ genehmigt – ein klassischer Beherbergungsbetrieb mit Fokus auf Nächtigung und Frühstück. Die Realität vor Ort zeichnete jedoch ein anderes Bild. Statt touristischem Leben herrschte Abgeschiedenheit; das Haus fungierte faktisch als reiner Appartementkomplex. Bezeichnenderweise wurde selbst der im Einreichplan vorgesehene Frühstücksraum niemals baulich umgesetzt.

Für die Gemeinde Velden stellte dies einen unübersehbaren Bruch der Widmungsvereinbarungen dar. Was als touristischer Mehrwert für den Ort geplant war, entpuppte sich als Ansammlung sogenannter „kalter Betten“. Der daraufhin entbrannte Rechtsstreit zog sich durch sämtliche Instanzen bis vor die Höchstgerichte und gipfelte in einem bis heute aufrechten Abrissbescheid.

 


 

Die Insolvenz als Katalysator für eine Lösung

Eine unerwartete Wendung brachte nun die Vorwoche: Jene Gesellschaft, die formal für die touristische Vermietung zuständig gewesen wäre, musste Konkurs anmelden. Dieser wirtschaftliche Paukenschlag scheint den Weg für eine konsensuale Lösung geebnet zu haben. Die Eigentümergemeinschaft reagierte prompt und legte dem Gemeinderat ein neues, detailliertes Nutzungskonzept vor, das die geforderte Widmungskonformität endlich sicherstellen soll.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Abgrenzung zu fragwürdigen Modellen der Vergangenheit. „Umgehungskonstruktionen“, wie sie etwa im Fall von René Benkos „Chalet N“ am Arlberg medial kritisiert wurden – eine bloße Alibi-Vermietung bei gleichzeitiger privater Luxusnutzung –, soll es in Velden nicht geben.

Strenge Auflagen: Eigentümer werden zu zahlenden Gästen

Die Gemeindeführung unter Michael Ramusch (ÖVP), zuständig für die Bauagenden, pocht auf ein hieb- und stichfestes betriebswirtschaftliches Fundament. Das neue Konzept eines Tourismusbüros sieht 35 Betten, verteilt auf acht Einheiten vor. Eine konsequente Ganzjahresbewirtschaftung soll gegeben sein und die Preise orientieren sich am regionalen Marktumfeld. 

Gabalier Penthouse in Velden

Gabalier Penthouse in Velden

© Raunig

Besonders pikant ist die Regelung für Andreas Gabalier und seine Miteigentümer: Möchten sie künftig Zeit in ihrer eigenen Liegenschaft verbringen, müssen sie sich offiziell einbuchen. „Sie werden sich – wie jeder andere Gast auch – einmieten müssen“, betont Ramusch. Damit soll sichergestellt werden, dass am Seecorso tatsächlich touristische Wertschöpfung generiert wird, anstatt lediglich privaten Rückzugsraum in bester Lage zu schaffen.

Ob die Gemeinde dem Konzept final zustimmt und damit den Abrissbescheid endgültig zu den Akten legt, bleibt abzuwarten. Die Tendenz scheint jedoch in Richtung Rechtssicherheit und Belebung der touristischen Kernzone zu gehen.

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