johanna

"Ruft nie mehr an"

Angst um entführte Johanna wächst

Die Sorge um die entführte Johanna (6) wächst: Niemand scheint Mutter Andrea helfen zu wollen, ihre geliebte Tochter zurückzubekommen.

Das Telefonat lässt das Schlimmste befürchten: Um 11 Uhr Ortszeit am Montag erreichte die engste Vertraute von Johannas Mutter, Katja Künßberg, Vater Adam M. in seinem Versteck in den USA. Die Nummer hatte ihr heimlich einer der Polizisten zugesteckt, die das Mädchen am 15.April aus dem Kindergarten in Bad Ischl weggebracht hatten.

Drogen
„Obwohl es bei ihm Vormittag war, hat er bei unserem Gespräch deutlich gelallt. Ob Alkohol oder Drogen im Spiel waren, kann ich nicht sagen“, schildert Künßberg den Anruf. Auf die Frage, ob sie nur ein paar Sekunden mit Johanna sprechen dürfe, verlor Adam M. die Nerven: „Er zischte: ‚Ruft nie wieder an! Weder Du noch irgendjemand anderer dürfen jetzt oder in Zukunft mit ihr reden.'“ Schließlich wollte Künßberg den 42-Jährigen dazu bringen, ihre E-Mail-Adresse zu notieren, doch umsonst: „Er hat zwar zugestimmt, es aber in seinem Zustand nicht geschafft, sie aufzuschreiben. Fünfmal hat er mich danach gefragt, dann beendete er das Gespräch abrupt.“ Johannas Mutter ist indes nahe dem Nervenzusammenbruch, weil sie fürchtet, Adam könne jederzeit endgültig untertauchen und sie könne ihr Kind nie wiedersehen.

Hilfe
Seitens der österreichischen Behörden wurde Andrea M. noch nicht kontaktiert. Lediglich das Außenministerium hat angeboten, zu helfen, wo es möglich ist. Katja Künßberg, Zeugin der Entführung der Sechsjährigen, spart nicht an Kritik: „Tatsächlich wird der Fall von den Behörden in eine falsche Richtung gelenkt. Es geht nicht darum, ob Andrea M. aus den USA hätte ausreisen dürfen, sondern darum, dass Johanna keinesfalls voreilig dem Vater hätte übergeben werden dürfen.“

Fragen
Tatsächlich stellt sich die Frage, warum Andrea M. – sollte gegen sie etwas vorliegen – bereits zwei Mal die österreichische Niederlassungsbewilligung, eine Vorstufe der Staatsbürgerschaft, bekommen hat. Für die Bewilligung musste sie Dokumente, Sorgerechtspapiere und ihren Pass vorlegen – nichts davon wurde beanstandet. Auch seltsam: Obwohl Andrea M. mit Johanna 2007 die USA verlassen hat, wurde erst am 20. März 2009 ein Haftbefehl wegen Kindesentführung auf Betreiben des Vaters ausgestellt – nachdem sich Adam M. zwei Jahre nicht um Johanna geschert hatte.



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